Die Ukraine hat nach Angaben des Energieministers Denys Schmyhal Zusagen von westlichen Ländern für die Unterstützung des ukrainischen Energiesektors in einer Höhe von rund 600 Millionen Euro erhalten. Das sei das Ergebnis eines Treffens der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris Anfang dieser Woche, erklärte das Energieministerium am Freitag in einer Mitteilung.
250 Millionen Euro sollen demnach für einen Unterstützungsfonds für die ukrainische Energieversorgung bereitgestellt werden. Die USA sagten laut Schmyhal 276 Millionen Dollar für ein separates Hilfsprogramm zu. Auch Frankreich stellte Unterstützung von 71 Millionen Euro in Aussicht, hieß es.
Auch aus Deutschland: Ukraine soll stillgelegte Kraftwerke erhalten
Weiterhin sollen stillgelegte Wärmekraftwerke und Blockheizkraftwerke aus sechs europäischen Ländern – Lettland, Österreich, Finnland, Kroatien, Frankreich und Deutschland – in die Ukraine überführt werden, erklärte Schmyhal. „Die Anlagen werden transportiert und schnell installiert. Sie werden die Menschen in der Ukraine mit Wärme versorgen“, sagte er.
Außerdem unterzeichnete die Ukraine nach eigenen Angaben bei den Gesprächen mehrere Vereinbarungen über eine Kooperation im Energiesektor, etwa mit Frankreich und Kanada. Vereinbart wurde laut Schmyhal außerdem der Aufbau einer neuen Koordinationsstruktur – einer sogenannten „Single Energy Pipeline“ –, die sicherstellen soll, dass Hilfslieferungen schneller ankommen.
Russische Angriffe hatten die ukrainische Energieinfrastruktur insbesondere seit Anfang des Jahres stark unter Druck gesetzt. Es kam mehrfach zu großflächigen Ausfällen der Strom- und Wärmeversorgung. Das deutsche Bundesentwicklungsministerium erklärte bereits Ende Januar, der Ukraine zwei Blockheizkraftwerke übergeben zu haben und zusätzliche Mittel für dezentrale Energie- und Wärmeversorgung bereitzustellen.

