Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs von Persien, ist bei seinem Besuch in Berlin mit Tomatensauce beworfen worden. Dies teilte die Berliner Polizei mit. Der Vorfall ereignete sich im Anschluss an die Bundespressekonferenz, bei der Pahlavi zu Gast war. Fotos der Deutschen Presse-Agentur zeigen, wie ein Mann abgeführt wird, nachdem er den Schah-Sohn mit einer roten Flüssigkeit bespritzt hatte.
Der Schah-Sohn hält sich am Donnerstag zu Gesprächen in Berlin auf. Vertreter der Bundesregierung werden den im US-Exil lebenden Pahlavi jedoch nicht empfangen.
Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte am Mittwoch in Berlin, es gebe „keinen Anlass, mit ihm das Gespräch zu suchen“. Pahlavi sei „ein Privatmann, der natürlich für eine Bewegung steht oder von einer Bewegung getragen wird“. Die Bundesregierung erwarte, „dass das iranische Volk die freie Entscheidung hat, über seine Führung zu bestimmen“.
Pahlavi trifft auf deutsche Politiker
Pahlavi trifft in Berlin am Donnerstag Außenpolitiker des Bundestags. Nach Angaben aus dem Büro des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet (CDU), ist ein Gespräch mit Laschet sowie mit Abgeordneten weiterer Fraktionen geplant. Empfangen werde Pahlavi als „bedeutender Vertreter der iranischen Oppositionsbewegung“.
Der 65-Jährige sieht seine Rolle nach eigenen Angaben als „einende nationale Figur“ und spricht sich für eine säkulare Demokratie im Iran aus. Er stellt sich als Alternative dar, sollte die Führung in Teheran stürzen. Teile der iranischen Opposition unterstützen ihn, andere kritisieren ihn unter anderem wegen seiner Nähe zu Israel. Sein Vater war 1979 durch die islamische Revolution gestürzt worden und aus dem Iran geflohen.
Rund um den Besuch sind in Berlin zahlreiche Kundgebungen angekündigt. Sowohl Gegner als auch Befürworter Pahlavis versammeln sich. Die Polizei ist mit 800 Einsatzkräften präsent. Aufgrund der Demonstrationen muss besonders im Regierungsviertel mit Verkehrseinschränkungen gerechnet werden.
- Freiheit für Iran: Menschen versammeln sich von 8 bis 15 Uhr vor dem Paul-Löbe-Haus nahe des Bundestags.
- Unterstützung Prinz Reza Pahlavi von EU und Deutschland: Auf der Wiese vor dem Reichstag demonstrieren Menschen von 9 bis 18 Uhr. Von 15 bis 17 Uhr findet dort zudem die Demonstration unter dem Titel „Ende der Mullah-Diktatur – Solidarität mit der „Löwe und Sonne“-Revolution und Unterstützung für den demokratischen Übergang unter Führung von Kronprinz Reza Pahlavi“ statt.
- Pahlavi not welcome! Hände weg von Iran! Gegen US-Deutschen Regime Change!: Auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor versammeln sich von 14 bis 18 Uhr Kritiker Pahlavis.


