Die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg soll trotz wochenlanger Verzögerungen durch Frost und Schnee wie geplant am 30. April abgeschlossen werden. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit – das war vor ein paar Tagen.
Die frostigen Temperaturen der vergangenen Wochen hatten die Arbeiten auf Deutschlands größter Bahnbaustelle erheblich eingeschränkt. Während bestimmte Tätigkeiten wie Montagearbeiten in den Stellwerken fortgesetzt werden konnten, waren andere Baumaßnahmen kaum durchführbar. Gleisbau und Kabeltiefbau etwa ließen sich aufgrund der Witterungsbedingungen nicht umsetzen, erklärte der Bahnsprecher.
Um dennoch voranzukommen, wurden einzelne Baustellen eingehaust – etwa bei Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern, wo auf diese Weise Brückenarbeiten fortgeführt werden konnten.
Personalaufstockung kann Zeitplan nicht retten
Sobald die Temperaturen wieder steigen und sämtliche Arbeiten möglich sind, will die Bahn das Personal auf den Baustellen deutlich verstärken. Damit sollte der witterungsbedingte Rückstand aufgeholt werden. Doch nun steht fest, die Fertigstellung der Strecke verzögert sich auf unbestimmte Zeit, wie die Bahn mitteilt.
Die rund 280 Kilometer lange Strecke zwischen der Hauptstadt und der Hansestadt wird seit August 2024 grundlegend saniert. Für die Arbeiten ist die direkte ICE- und Regionalzugverbindung vollständig gesperrt. Fernzüge werden derzeit umgeleitet, im Nahverkehr sind Ersatzbusse im Einsatz.
Erste Bauphase bereits abgeschlossen
Im November hatte die Bahn noch mitgeteilt, dass die Generalsanierung nach Plan verlaufe. Die erste Phase stand zu diesem Zeitpunkt vor dem Abschluss. In diesem Rahmen wurden unter anderem 164 Kilometer Gleise, 270 Signale und zwölf Bahnsteige erneuert. Die laufende zweite Phase konzentriert sich auf Bahnhöfe sowie die Signal- und Stellwerkstechnik.
Von der Sanierung verspricht sich die Deutsche Bahn höhere Pünktlichkeit und weniger strukturbedingte Störungen. Die Strecke Hamburg-Berlin zählt mit täglich rund 470 Zügen im Regional-, Fern- und Güterverkehr sowie etwa 30.000 Fahrgästen pro Tag zu den wichtigsten und am stärksten belasteten Direktverbindungen Deutschlands.


