Russland plant Berichten zufolge, den Messenger-Dienst Telegram ab dem 1. April landesweit vollständig zu sperren. Das berichtet die ukrainische Zeitung Ukrainska Pravda unter Berufung auf den russischen Telegram-Kanal Baza sowie die russische Tageszeitung Kommersant.
Dem Baza-Kanal zufolge, der sich auf eigene Quellen beruft, soll die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor ab April eine „totale Blockierung des Messengers“ einleiten. Die Sperre soll ähnlich umgesetzt werden wie bei Instagram und Facebook, die dem als extremistisch eingestuften und in Russland verbotenen Meta-Konzern gehören. Telegram werde demnach über das gesamte russische Staatsgebiet hinweg weder über mobiles Internet noch über Wlan erreichbar sein, hieß es.
Roskomnadzor habe laut der Zeitung Ukrainska Pravda die Berichte weder bestätigt noch dementiert. Die Behörde habe lediglich erklärt, man habe „zu den bereits veröffentlichten Informationen in dieser Angelegenheit nichts hinzuzufügen“.
Telegram-Nutzung seit Anfang Februar eingeschränkt
Bereits am 10. Februar soll Roskomnadzor damit begonnen haben, den Zugang zu Telegram schrittweise einzuschränken. Laut der Zeitung Kommersant habe sich die Zeit, die für die Verarbeitung von Anfragen an die Telegram-Domain benötigt werde, verdoppelt. Roskomnadzor habe angekündigt, die Einschränkungen fortzusetzen, sofern das Unternehmen keine Server in Russland aufstelle und „die russische Gesetzgebung nicht einhalte“.
Telegram-Gründer Pawel Durow sehe in den Maßnahmen den Versuch Russlands, die eigene Bevölkerung zum Wechsel auf eine staatlich kontrollierte App zu drängen, die zur Überwachung und politischen Zensur geschaffen worden sei.
Parallel dazu führe der Kreml nämlich den staatlich kontrollierten Messenger MAX ein, in den bereits staatliche Dienste integriert seien. Cyberexperten gehen laut Ukrainska Pravda davon aus, dass dieser Messenger die Kommunikation und sogar die Inhalte auf den Geräten der Nutzerinnen und Nutzer vollständig kontrollieren könne.


