Nordsee

Russische Schattenflotte: Belgien will zehn Millionen Euro Kaution für festgesetzten Tanker

Belgien setzte vor einigen Tagen gemeinsam mit Frankreich einen Öltanker fest. Dieser darf nur gegen eine Kaution in Millionenhöhe wieder auslaufen.

Der Öltanker "Ethera" im Marinestützpunkt in Zeebrugge.
Der Öltanker "Ethera" im Marinestützpunkt in Zeebrugge.Nicolas Maeterlinck/Belga/dpa

Der von Belgien am vergangenen Wochenende mit französischer Unterstützung festgesetzte Öltanker „Ethera“ darf erst wieder auslaufen, wenn eine Kaution von 10.020.000 Euro gezahlt ist und eine erneute Inspektion die Einhaltung aller Vorschriften bestätigt. Das teilten Belgiens Justizministerin Annelies Verlinden und Verkehrsminister Jean-Luc Crucke mit.

„Es wurden 45 Verstöße festgestellt. Diese betrafen hauptsächlich gefälschte Zertifikate, die auf die Entdeckung zurückzuführen sind, dass das Schiff unter einer falschen guineischen Flagge fuhr“, hieß es laut Reuters in einer Erklärung des für die Nordsee zuständigen Ministeriums. Das Schiff, das zum Hafen von Zeebrügge eskortiert wurde, unterliegt dem Bericht zufolge EU-Sanktionen.

Festgesetzter Tanker: Besatzung muss zunächst an Bord bleiben

Die 21-köpfige Besatzung muss bis auf Weiteres an Bord bleiben. Sie besteht laut den belgischen Behörden aus einem russischen Kapitän, sieben Offizieren indischer, georgischer und indonesischer Herkunft sowie 13 weiteren Besatzungsmitgliedern aus Indien.

Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken sagte laut Reuters, die Regierung gehe entschieden gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte vor, denen vorgeworfen wird, Russland bei der Umgehung von Sanktionen zu unterstützen. „Mit dieser Operation setzen wir die EU-Sanktionen durch, schützen die Nordsee und unterbinden die Finanzierung des russischen Krieges in der Ukraine“, sagte Francken demnach.

Frankreich schätzt die Größe der Flotte mittlerweile auf 1000 bis 1200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind. Die russische Botschaft in Belgien reagierte laut Reuters zunächst nicht auf eine Anfrage. Moskau hatte die Festsetzung von Tankern in der Vergangenheit jedoch als Akt der Piraterie bezeichnet. (mit dpa)