Öltransport

Nordsee: Belgien setzt mutmaßlichen Tanker der russischen Schattenflotte fest

Das belgische Militär hat einen Öltanker geentert. Er soll zur sogenannten russischen Schattenflotte gehören. Belgiens Premierminister spricht von einer „erfolgreichen Operation“.

Der vom deutschen Zoll eingezogene Tanker „Eventin“, der ebenfalls zur sogenannten Schattenflotte gehören soll. (Symbolbild)
Der vom deutschen Zoll eingezogene Tanker „Eventin“, der ebenfalls zur sogenannten Schattenflotte gehören soll. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

Belgien hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag einen Öltanker geentert, der zur sogenannten russischen Schattenflotte gehören soll. Das teilte der belgische Verteidigungsminister Theo Francken auf der Plattform X mit. Die belgischen Streitkräfte hätten das Schiff mit Unterstützung der französischen Marine betreten und zum Hafen von Zeebrügge eskortiert, wo es festgesetzt werde, hieß es.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Francken, das Schiff stehe im Verdacht, unter falscher Flagge und mit gefälschten Dokumenten unterwegs gewesen zu sein. Weitere Details zur Identität des Tankers oder zu den genauen Umständen der Operation nannte der Minister zunächst nicht.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bestätigte den Einsatz einige Zeit später und erklärte, die französische Marine habe in der Nordsee gemeinsam mit belgischen Streitkräften einen Tanker geentert, der internationalen Sanktionen unterliegt.

De Wever spricht von „erfolgreicher Operation“

Belgiens Premierminister Bart de Wever gratulierte dem Militär auf X zu der „erfolgreichen Operation in dieser Nacht“, ohne den Vorgang im Detail zu beschreiben. Zudem dankte er Frankreich und betonte: „Belgien wird das internationale Seerecht und die Sicherheit seiner Hoheitsgewässer wahren.“

Die Schiffe der Schattenflotte zeichnen sich laut Reuters typischerweise durch undurchsichtige Eigentümerstrukturen aus. Sie gelten zudem als Sicherheitsrisiko für die Umwelt, da es sich häufig um veraltete, schlecht gewartete Tanker handele, bei denen die Gefahr von Ölunfällen, technischen Ausfällen und Leckagen besonders hoch ist.

Die Tanker der Schattenflotte werden laut Reuters dazu eingesetzt, Sanktionen gegen russisches Öl zu umgehen. Francken erklärte in einem weiteren Beitrag auf X: „Ohne seine Schattenflotte kann Putin keinen Krieg gegen unschuldige Ukrainer führen.“ Belgien sei zwar ein kleines Land, aber ein Gründungsmitglied der Nato und der EU und nehme seine Verantwortung sehr ernst. (mit dpa)