Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug in der Oblast Charkiw in der Ukraine sind am 27. Januar mindestens fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Zug befand sich auf der Strecke Barvinkove–Lwiw–Tschop und transportierte zum Zeitpunkt des Angriffs 291 Passagiere, wie die ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznitsia und regionale Behörden mitteilten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Oblast Charkiw feuerten Streitkräfte Russlands drei Geran-2-Drohnen vom Typ Shahed auf den Zug ab. Eine Drohne traf den Zug direkt, zwei weitere explodierten in unmittelbarer Nähe. Die Treffer beschädigten die Lokomotive und einen Personenwagen schwer und lösten einen Brand aus.
Passagiere umgehend evakuiert
Der ukrainische Vize-Premierminister Oleksij Kuleba erklärte, die Passagiere seien umgehend evakuiert worden. Rettungskräfte, Sanitäter und Bahnpersonal waren vor Ort im Einsatz. Ersatzbusse wurden bereitgestellt, um die Reisenden weiterzutransportieren.
„Der Angriff auf einen Passagierzug ist ein direkter Akt russischen Terrors gegen Zivilisten. Es gab kein militärisches Ziel“, betonte Kuleba. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff ebenfalls scharf. In einem Social-Media-Beitrag schrieb er, ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug würde in jedem Land als Terrorismus gewertet. Es gebe keine militärische Rechtfertigung für Angriffe auf Zivilisten. Im getroffenen Waggon hätten sich 18 Menschen befunden.
Weitere Angriffe auf Odessa und Krywyj Rih
Der Angriff auf den Zug war Teil einer Serie russischer Attacken. In der Hafenstadt Odessa starben bei einem nächtlichen Drohnenangriff drei Menschen, 25 wurden verletzt. Mehrere Stockwerke eines Wohngebäudes stürzten ein. In Krywyj Rih wurden zwei Personen bei einem ballistischen Raketenangriff verletzt, der auch eine Infrastruktureinrichtung traf.
Russland hat seine Luftangriffe in den vergangenen Monaten verstärkt und zielt dabei vor allem auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Millionen Ukrainer sind mitten im Winter ohne Strom, Heizung und Wasser. Moskau behauptet weiterhin, keine zivilen Ziele anzugreifen – ukrainische Behörden und internationale Organisationen stufen die Attacken als Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht ein.

