Der russische Staatskonzern Rosatom hat angekündigt, das deutsche Unternehmen Siemens Energy zu verklagen. Wie Rosatom-Konzernchef Sergej Lichatschew gegenüber dem russischen Sender Russia 24 angab, seien versprochene, aber dann ausgefallene Lieferungen zur Ausrüstung eines Atomkraftwerks in der Türkei der Grund. „Wir haben viele Intrigen im Zusammenhang mit diesen Projekten durchgemacht, natürlich die demonstrative Weigerung von Siemens, bereits hergestellte und bezahlte Ausrüstung für das Projekt in der Türkei zu liefern“, sagte Lichatschew dem Sender.
„Natürlich wird es zu Klagen kommen“, so der Rosatom-Konzernchef weiter. „Die im Voraus bezahlte Ausrüstung wurde nicht geliefert. Das brachte uns zusätzliche Kosten sowohl für den Kauf der Ausrüstung als auch für die Anpassung der Installationsbedingungen für diese Ausrüstung. Diese Ansprüche werden geltend gemacht werden.“
Siemens Energy: Exportgenehmigungen nicht erteilt
Das Kernkraftwerk in Akkuyu ist das erste Atomkraftwerk des Landes und sollte laut Reuters ursprünglich im Jahr 2023 an den Start gehen. Im September 2024 berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den türkischen Energieminister Alparslan Bayraktar, dass sich der Start des AKWs wegen Verspätungen bei der Ausrüstungslieferung durch Siemens weiter verzögern werde. Er deutete an, dass dies mit Sanktionen des Westens gegen Russland in Zusammenhang stünde. Man habe daraufhin China beauftragt, fehlende Teile zu liefern. Zu dem Zeitpunkt sei der Bau des AKW Akkuyu bereits zu 90 Prozent abgeschlossen gewesen.
Wie Siemens Energy der DW Turkish damals mitteilte, habe der Grund für die Verzögerungen darin gelegen, dass die deutschen Behörden keine Exportgenehmigung erteilt hätten. Die Hintergründe dafür wurden jedoch nicht genannt. Nach Informationen der DW soll nun noch in diesem Monat der erste Reaktor des Kernkraftwerks im Testmodus in Betrieb gehen.

