Simbabwe hat mit sofortiger Wirkung alle Exporte von Rohmineralien und Lithiumkonzentrat gestoppt. Wie das Bergbauministerium in Harare laut Reuters am Mittwoch mitteilte, gilt das Verbot bis auf Weiteres – auch für bereits in Transit befindliche Lieferungen. Das Ministerium begründete den Schritt mit „anhaltenden Missständen beim Mineralexport“ und illegalen Lieferungen.
Die Reaktion an den Märkten folgte unmittelbar: An der Guangzhouer Terminbörse sprang der Lithiumkarbonat-Preis zeitweise um mehr als neun Prozent auf 187.700 Yuan (rund 23.000 Euro) pro Tonne, wie Reuters berichtet. Auch Aktien von Lithium-Produzenten aus China, Australien und Amerika legten einem Bloomberg-Bericht zufolge kräftig zu.
Simbabwe ist Afrikas größter Lithium-Produzent
Simbabwe ist Reuters zufolge Afrikas größter Lithium-Produzent und lag laut dem US Geological Survey 2025 weltweit auf Rang vier. Das Land exportierte im vergangenen Jahr rund 1,13 Millionen Tonnen Spodumenkonzentrat, den Großteil davon nach China. Chinesische Konzerne haben zuletzt Hunderte Millionen Dollar in simbabwische Verarbeitungsanlagen investiert.
Exporte von Lithiumsulfat, einem Zwischenprodukt, seien vom Verbot nicht betroffen, teilte die chinesische Investmentbank Citic Securities laut Bloomberg mit. Lithium ist ein entscheidender Rohstoff für wiederaufladbare Batterien und Energiespeicher, die beispielsweise für Elektroautos und Smartphones benötigt werden.
Analyst Cameron Hughes vom Beratungsunternehmen CRU Group verglich die Maßnahme dem Bericht zufolge mit dem Kobalt-Exportverbot der Demokratischen Republik Kongo im Vorjahr. „Die gestiegenen Lithiumpreise und fortgesetzte illegale Lieferungen dürften die Hauptgründe sein“, sagte er demnach. Die Investmentbank Jefferies erwartet eine vorübergehende Verknappung des Marktes.
Ursprünglich war ein Exportverbot für Konzentrate erst 2027 geplant. Simbabwe will mehr Wertschöpfung im eigenen Land halten – ein Trend, dem auch Indonesien bei Nickel und der Kongo bei Kobalt folgen. Die Lithiumpreise haben sich seit November nahezu verdoppelt, angetrieben durch die wachsende Nachfrage aus dem Energiespeichersektor.

