Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall plant den Bau einer neuen Fabrik zur Herstellung von Artilleriegeschossen und Schießpulver in Bulgarien. Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, und der Exekutivdirektor des bulgarischen Rüstungsunternehmens VMZ, Iwan Gezow, unterzeichneten am Dienstag in Sofia ein entsprechendes Dokument.
Nach Angaben von Rheinmetall belaufen sich die Gesamtinvestitionen für das Joint Venture mit VMZ auf rund eine Milliarde Euro. Rheinmetall soll dabei 51 Prozent und VMZ 49 Prozent der Anteile halten, hieß es.
Beamte sagten einem Reuters-Bericht zufolge, das Projekt sei für Bulgarien und Europa wichtig, da die Region nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeiten ausbauen wolle. Rheinmetall profitiert wesentlich vom Anstieg der Militärausgaben.
Rheinmetall: Werk könnte innerhalb von 14 Monaten fertig sein
Geplant ist demnach ein neues Werk, in dem Schießpulver sowie 100.000 Artilleriegeschosse pro Jahr nach Nato-Standards hergestellt werden sollen. Standort ist das VMZ-Gelände bei Sopot in Mittelbulgarien. Das Werk könnte innerhalb von 14 Monaten fertig sein, nach Angaben von Rheinmetall sollen etwa 1000 Arbeitsplätze entstehen.
Bulgarien will seinen Anteil der Investitionen einem Reuters-Bericht zufolge durch ein Darlehen im Rahmen des europäischen SAFE-Mechanismus finanzieren, eines EU-Programms, über das Investitionen in Verteidigung und Rüstung getätigt werden können. Bulgariens Ministerpräsident Rosen Zhelyazkov sprach von einer „strategischen Partnerschaft“ mit Rheinmetall, die „die Zukunft der bulgarischen Verteidigungsindustrie verändern“ werde.
Rheinmetall investiert in mehreren europäischen Ländern, um seine Kapazitäten zu erweitern, und unterhält Allianzen mit anderen Rüstungsunternehmen, darunter dem italienischen Konzern Leonardo und dem US-Konzern Lockheed Martin. (mit dpa)

