Rüstungswirtschaft

Irankrieg als Wachstumsmotor: Rheinmetall profitiert massiv

Rheinmetall steigert Umsatz und Gewinn auf Rekordniveau. Der Irankrieg treibt die Nachfrage nach Flugabwehr zusätzlich an. Der Konzern plant deutliche Umsatzsteigerungen.

Rheinmetall peilt bis 2030 einen Umsatz von über 50 Milliarden Euro an.
Rheinmetall peilt bis 2030 einen Umsatz von über 50 Milliarden Euro an.Rolf Vennenbernd/dpa

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Umsatz um 29 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro gesteigert. Inklusive der Autozulieferer-Sparte, von der sich das Unternehmen trennen will, lag der Erlös bei etwa 14 Milliarden Euro. Für 2026 kündigte Konzernchef Armin Papperger bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent an.

Das operative Ergebnis kletterte um 33 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern stieg mit 0,8 Milliarden Euro allerdings nur um drei Prozent.

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Der Bestand aus verbindlichen Aufträgen und Rahmenverträgen erreichte mit 63,8 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. „Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität weiter steigern“, sagte Papperger. Rheinmetall profitiert davon, dass die Bundeswehr und andere Nato-Armeen angesichts der russischen Bedrohung massiv aufrüsten. Bis 2030 peilt der Konzern einen Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro an.

Irankrieg als Katalysator für Drohnenabwehr

Zusätzlichen Schub erwartet Rheinmetall durch den Irankrieg. Papperger sagte, die Telefone hätten „übers Wochenende nicht stillgestanden“. Zahlreiche Kunden, vor allem aus dem arabischen Raum, wollten die Flugabwehrsysteme des Konzerns. Rheinmetall-Geschütze hätten in dem Konflikt bereits über 100 Drohnen abgeschossen.

Der Kostenvorteil sei enorm: Während die USA und ihre Verbündeten in den ersten 72 Stunden des Krieges rund 2000 Raketen im Wert von vier Milliarden Dollar zur Drohnenabwehr verschossen hätten, koste ein Abschuss mit einem Rheinmetall-Geschütz nur etwa 5000 Dollar – statt ein bis drei Millionen Dollar pro Rakete. „Kein Land der Welt hat so viel Geld“, um massenhaft Drohnen mit Raketen zu bekämpfen, so Papperger.