Politik

Reform des Bürgergeldes: Mitgliederbegehren stellt SPD-Führung vor Dilemma

Das Mitgliederbegehren in der SPD gegen die Reform des Bürgergeldes hat die erste Hürde genommen. Die Partei steht jetzt vor einem schweren Dilemma.

Das Begehren der SPD-Mitglieder hat die erste Hürde genommen. Die Initiatoren wollen die Verschärfung der Sanktionsmöglichkeiten verhindern.
Das Begehren der SPD-Mitglieder hat die erste Hürde genommen. Die Initiatoren wollen die Verschärfung der Sanktionsmöglichkeiten verhindern.Ardan Fuessmann/IMAGO

Das von drei SPD-Politikerinnen initiierte Mitgliederbegehren gegen die geplanten Verschärfungen beim Bürgergeld hat die erste Hürde genommen. Laut SPD-Parteivorstand wurde das notwendige Quorum von einem Prozent der Mitgliederunterschriften erreicht, wie die taz berichtet.

„Das Quorum der ersten Stufe wurde am 19. Dezember 2025 erfüllt“, hieß es aus der SPD-Zentrale. Dafür waren die Unterschriften von einem Prozent der Parteimitglieder erforderlich. Der Start des eigentlichen Mitgliederbegehrens soll nun vom Parteivorstand in Abstimmung mit den Initiatorinnen festgelegt werden. Für einen Erfolg ist dann die Zustimmung von mindestens 20 Prozent der SPD-Mitglieder erforderlich.

Aufruf gegen Reform des Bürgergeldes

Die Initiatorinnen, darunter die frühere Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel, fordern, dass entgegen dem Kabinettsbeschluss der letzten Woche die Sanktionen beim Bürgergeld nicht verschärft werden. In ihrem Aufruf heißt es: „Die Sozialdemokratie darf sich nicht an einer Politik beteiligen, die Armut bestraft und Solidarität infrage stellt.“

Bundesregierung möchte Verschärfung der Sanktionen durchsetzen

Das Bundeskabinett hatte erst kürzlich beschlossen, das Bürgergeld in eine neue Grundsicherung umzuwandeln. Dabei soll es Kürzungen von bis zu 30 Prozent für jene geben, die nicht mit dem Jobcenter kooperieren. Beim dritten versäumten Termin droht vorerst eine komplette Streichung der Zahlungen. Kritik kommt auch von Sozialverbänden, Grünen und Linken.

Das nun startende eigentliche Mitgliederbegehren könnte die SPD-Führung in ein Dilemma bringen: Um die Reform zum 1. Juli 2026 umzusetzen, müsste der Bundestag das Gesetz im Frühjahr beschließen. Bis dahin ist die Zeit knapp, um das Begehren abzuschließen.