Iran-Krieg

Reaktion auf Trump-Drohung: Iran ruft zur Bildung von Menschenketten um Kraftwerke auf

Die USA drohen mit der Zerstörung der gesamten Infrastruktur im Iran, sollte dieser die Straße von Hormus nicht freigeben. Teheran greift zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

Irans Präsident Massud Peseschkian
Irans Präsident Massud PeseschkianIranian Supreme Leader'S Office/imago

Wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump hat ein iranischer Regierungsvertreter die Jugend des Landes aufgefordert, Menschenketten um Kraftwerke zu bilden, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Trump drohte, sämtliche Kraftwerke und Brücken des Iran zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr öffnen. Durch die Meerenge fließt in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels.

„Das gesamte Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden“, sagte Trump laut AP am Montag. Alireza Rahimi, Sekretär des Obersten Rats für Jugend und Heranwachsende, rief laut iranischem Staatsfernsehen „alle jungen Menschen, Sportler, Künstler und Studenten“ dazu auf, Menschenketten um Kraftwerke zu bilden, die er als „nationales Kapital“ bezeichnete.

Irans Präsident Massud Peseschkian sagte auf X, 14 Millionen Iraner hätten sich bereiterklärt, „ihr Leben für die Verteidigung des Iran zu opfern“, ohne weitere Details zu nennen.

Luftangriffe und Raketenbeschuss in der gesamten Region

Am Dienstag erschütterten schwere Luftangriffe Teheran, auch Wohngebiete wurden getroffen. Laut iranischen Staatsmedien starben mindestens 33 Menschen bei Angriffen in verschiedenen Landesteilen. Israels Militär übernahm die Verantwortung für Angriffe auf eine petrochemische Anlage in Schiraz und warnte Iraner auf Farsi davor, Züge zu benutzen – ein Hinweis auf geplante Angriffe auf das Schienennetz, wie AP berichtet.

Iran feuerte seinerseits sieben ballistische Raketen auf Saudi-Arabien ab. Diese wurden laut saudischen Angaben abgefangen, Trümmer fielen jedoch nahe Energieanlagen. Saudi-Arabien schloss daraufhin zunächst den King-Fahd-Damm – die einzige Straßenverbindung nach Bahrain, wo die 5. US-Flotte stationiert ist, wie die Washington Post meldet. Auch Israel wurde mit Raketen beschossen.

Warnung vor Kriegsverbrechen

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte laut AP, Angriffe auf zivile Infrastruktur seien „nach den Regeln des Krieges und des Völkerrechts verboten“. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die USA ebenfalls. Neuseelands Premierminister Christopher Luxon nannte mögliche Angriffe auf Brücken und Kraftwerke laut Washington Post „inakzeptabel“. Trump sagte Reportern, er sei „überhaupt nicht“ besorgt über mögliche Kriegsverbrechen.

Teheran lehnte laut AP einen 45-tägigen Waffenstillstandsvorschlag ab und fordert ein dauerhaftes Kriegsende. Ein Diplomat sagte dem Bericht zufolge, Vermittler aus Pakistan, Ägypten und der Türkei versuchten unter Hochdruck, vor Ablauf der Frist einen Kompromiss zu finden. Iran verknüpfe die Öffnung der Meerenge mit einer Lockerung der Sanktionen.