Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim sind Ende 2025 erneut deutlich gestiegen. Pflegebedürftige mussten im bundesweiten Durchschnitt im ersten Jahr ihres Aufenthalts monatlich 3245 Euro aus eigener Tasche zahlen, wie Auswertungen der Ersatzkassen zeigen. Das sind 261 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Haupttreiber sind steigende Personalkosten sowie höhere Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.
Zwischen den Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede. Besonders hoch ist die Belastung im ersten Jahr unter anderem in Bremen und Nordrhein-Westfalen, deutlich niedriger dagegen in Sachsen-Anhalt. Insgesamt kostet ein Heimplatz bundesweit inzwischen erstmals mehr als 5000 Euro im Monat. Von diesen Kosten muss die betroffene Person 75 Prozent selbst tragen.
Wenn die eigenen Mittel nicht reichen, übernimmt der Staat diese Kosten. Allerdings verbleibt den Pflegebedürftigen dann nur noch ein Taschengeld. Teilweise können auch die Angehörigen in die Pflicht genommen werden.
Berlin besonders teuer
In Berlin fällt die finanzielle Belastung besonders ins Gewicht. Dort lagen die Gesamtkosten für einen Heimplatz zuletzt bei rund 5023 Euro im Monat. Nach Abzug der Leistungen der Pflegekassen mussten Bewohnerinnen und Bewohner durchschnittlich etwa 2400 Euro selbst tragen. Erst nach drei Jahren Aufenthalt im Pflegeheim sinken die durchschnittlichen Beiträge unter 2000 Euro im Monat.
Private Kosten sinken mit Dauer des Aufenthalts
Die privaten Eigenanteile hängen stark von der Dauer des Heimaufenthalts ab. Seit 2022 steigen die Zuschüsse der Pflegekassen mit der Verweildauer: von 15 Prozent im ersten Jahr über 30 und 50 Prozent bis zu 75 Prozent ab dem vierten Jahr. Dadurch sinkt der monatliche Eigenanteil, bleibt aber selbst dann hoch. In Berlin liegt er trotz maximaler Zuschüsse im Durchschnitt bei rund 1690 Euro.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant, in diesem Jahr eine Reform der Pflegeversicherung durchzuführen. Die Details sind aber noch weitgehend offen. Die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner mahnt an, dass der Staat die Anteile für Investitionen und Ausbildung übernehmen sollte. Es könne nicht sein, dass solche Kosten zum großen Teil den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden.


