Kurz vor Beginn einer angekündigten Feuerpause zum orthodoxen Osterfest haben Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sowie des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden jeweils 175 Soldaten freigelassen.
Zudem seien sieben Zivilisten aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt, erklärte Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Viele der freigelassenen Soldaten seien seit 2022 in Gefangenschaft gewesen. „Und endlich – zu Hause“, schrieb er. In einem anderen Beitrag auf X schrieb er: „Unsere Soldaten verteidigten die Ukraine an verschiedenen Fronten – in Mariupol, im Kernkraftwerk Tschernobyl, in den Richtungen Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk. Einige von ihnen sind verwundet“.
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— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) April 11, 2026
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Angriffe trotz angekündigter Feuerpause
Parallel dazu gingen die Kampfhandlungen weiter. Bei russischen Luftangriffen auf mehrere Regionen der Ukraine wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt. Nach Angaben aus Kiew setzte Russland in der Nacht zum Samstag mindestens 160 Drohnen ein. Besonders betroffen war die Hafenstadt Odessa. In einem Wohngebiet seien zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, erklärte ein regionaler Vertreter.
Auch in der zentralukrainischen Region Poltawa sei ein Geschäft und ein Café getroffen worden. Dabei kam nach Angaben der Militärverwaltung ein Mensch ums Leben. In der nordöstlichen Region Sumy wurden demnach 14 Menschen verletzt, darunter ein 14-Jähriger und eine 87-Jährige.
Auch aus Russland wurden Opfer gemeldet. In der von Moskau kontrollierten Region Donezk seien nach russischen Angaben zwei Menschen durch eine ukrainische Drohne getötet worden. In der südrussischen Region Krasnodar hätten Angriffe ein Wohnhaus beschädigt und ein Öldepot in Brand gesetzt, teilten Behörden mit.

Feuerpause zu orthodoxem Osterfest
Russland hatte eine 32-stündige Feuerpause rund um das orthodoxe Osterfest angekündigt. Nach Kremlangaben soll der Waffenstillstand am Samstag um 16.00 Uhr Ortszeit beginnen und bis Sonntagabend gelten. Präsident Wladimir Putin habe die Streitkräfte angewiesen, die Kampfhandlungen in diesem Zeitraum einzustellen.
Selenskyj erklärte, die Ukraine werde sich an die Feuerpause halten, sofern Russland diese einhalte. „Solange es keine russischen Angriffe aus der Luft, zu Lande oder zur See gibt, wird es keine Reaktion von unserer Seite geben“, schrieb er im Onlinedienst X. Zugleich machte er deutlich, dass Kiew auf Verstöße reagieren werde. Die ukrainische Armee sei auf alle Entwicklungen vorbereitet.
Selenskyj erneuerte auch seinen Vorschlag, aus der Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen. „Ein Waffenstillstand zu Ostern könnte auch der Beginn einer echten Bewegung in Richtung Frieden sein – von unserer Seite liegt ein entsprechender Vorschlag vor“, sagte er. Die Initiative für eine Verlängerung der Waffenruhe sei der russischen Seite übergeben worden, sagte er.


