„Freundschaft“

Orbán-Angebot an Putin enthüllt? Bericht veröffentlicht Details aus Telefonat

Ein Gesprächsprotokoll soll laut einem Medienbericht Einblicke in ein Telefonat zwischen Putin und Orbán geben. Worüber haben sich die Staatschefs unterhalten?

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) spricht mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán während ihres Treffens im Senatspalast des Kremls in Moskau.
Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) spricht mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán während ihres Treffens im Senatspalast des Kremls in Moskau.Alexander Nemenov/Pool AFP/AP

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin laut einem Bericht des Nachrichtenportals Bloomberg bei einem Telefonat im Oktober 2025 offenbar weitreichende Hilfe angeboten. Bloomberg beruft sich dabei auf ein Protokoll des Telefonats der ungarischen Regierung, das der Nachrichtenagentur nach eigenen Angaben vorliegt.

„Unsere Freundschaft hat inzwischen ein Niveau erreicht, auf dem ich bereit bin, in jeder Hinsicht zu helfen“, sagte Orbán demnach während des Gesprächs am 17. Oktober. Er habe hinzugefügt: „In jeder Angelegenheit, in der ich behilflich sein kann, stehe ich Ihnen zur Verfügung.“ Um seine Bereitschaft zu unterstreichen, verwies Orbán laut dem Protokoll auf eine in Ungarn bekannte Fabel von Äsop, in der eine Maus einen Löwen aus einem Netz befreit, nachdem dieser zuvor ihr Leben verschont hatte. Putin habe darüber gelacht, heißt es in der Mitschrift laut Bloomberg.

Sprecher von Orbán und Putin reagierten laut Bloomberg zunächst nicht auf Anfragen zu dem Bericht. Auch Reuters konnte das Protokoll nicht unabhängig verifizieren. Vom Kreml lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Weitere Details aus Telefongespräch

Das Telefonat habe weniger als 15 Minuten gedauert und sei vor allem dem diplomatischen Austausch gewidmet gewesen. Beide Staatschefs hätten sich gegenseitig Wertschätzung bekundet und positiv über den US-Präsidenten Donald Trump gesprochen. Am Vortag hätten Orbán und Putin demnach jeweils mit Trump über ein mögliches russisch-amerikanisches Gipfeltreffen in Budapest gesprochen, das letztlich nicht zustande kam.

Orbán beschrieb die Beziehung zu Putin laut Bloomberg als eine Freundschaft, die seit dem ersten Treffen im Jahr 2009 in St. Petersburg stetig gewachsen sei. „Je mehr Freunde wir haben, desto mehr Möglichkeiten haben wir, unseren Gegnern die Stirn zu bieten“, wird Orbán zitiert. Putin wiederum lobte Ungarns „souveräne und flexible“ Haltung im Ukraine-Krieg und äußerte Unverständnis darüber, warum diese aus seiner Sicht ausgewogene Position international auf Kritik stoße.

Parlamentswahlen nähern sich in Ungarn

Der Bericht fällt in eine politisch heikle Phase: Am 12. April steht in Ungarn eine Parlamentswahl an, bei der Orbán nach 16 Jahren an der Macht laut Umfragen vor seiner bislang schwierigsten Wiederwahl steht. Oppositionsführer Péter Magyar hat angekündigt, Ungarn im Falle eines Wahlsiegs wieder stärker an die europäische Linie heranzuführen und von Moskau abzurücken.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Berichte über Enthüllungen für Aufsehen in Ungarn gesorgt: Ein von investigativen Medien veröffentlichter Audiomitschnitt sollte zeigen, wie Außenminister Péter Szijjártó mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über EU-Sanktionen diskutierte. Szijjártó wies die Berichte als Ergebnis ausländischer Geheimdienstaktivitäten zurück und betonte, seine ablehnende Haltung gegenüber der EU-Sanktionspolitik sei kein Geheimnis.