„Bedauerlich“

Eskalation in China-Japan-Beziehungen: Peking verhängt neue Exportbeschränkungen

Peking beschränkt die Lieferung von wichtigen Rohstoffen für zahlreiche japanische Unternehmen. Japan nennt die Maßnahmen „inakzeptabel“.

Ein Mann läuft am Hauptsitz von Mitsubishi Heavy Industries in Tokio vorbei.
Ein Mann läuft am Hauptsitz von Mitsubishi Heavy Industries in Tokio vorbei.Yuichi Yamazaki/AFP

China hat 20 japanische Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt und ihnen damit den Bezug sogenannter Dual-Use-Waren faktisch verboten. Dabei handelt es sich um Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Weitere Firmen sollen nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums unter verschärfte Beobachtung gestellt werden.

Der Schritt stellt eine neue Eskalation der diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern dar. Im November hatte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi erklärt, im Falle eines chinesischen Angriffs auf Taiwan eine militärische Reaktion nicht auszuschließen.

Peking kritisierte die Äußerungen scharf und forderte seine Bürger unter anderem auf, Reisen und Studienaufenthalte in Japan zu überdenken. Von der neuen Exportregelung betroffen sind einem Bloomberg-Bericht zufolge führende japanische Rüstungszulieferer, darunter die Schiffbau- und Triebwerkssparten von Mitsubishi Heavy Industries. Auf der Beobachtungsliste steht etwa der Autohersteller Subaru.

Japan: Maßnahmen sind „inakzeptabel und zutiefst bedauerlich“

Für Unternehmen auf der Beobachtungsliste gelten nun strengere Genehmigungsverfahren: Chinesische Exporteure müssen schriftlich nachweisen, dass gelieferte Güter ausschließlich zivilen Zwecken dienen. Die Maßnahmen sollen Japans „Remilitarisierung“ und seine nuklearen Ambitionen eindämmen, erklärte das chinesische Handelsministerium laut Reuters.

Takaichi treibt derzeit eine Verdopplung der japanischen Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts voran – ein Vorhaben, das Peking wiederholt kritisiert hat. Japans stellvertretender Kabinettssekretär Kei Sato nannte die Maßnahmen Reuters zufolge „völlig inakzeptabel und zutiefst bedauerlich“. Tokio habe deren Rücknahme gefordert.

Japan importierte im Jahr 2024 laut Bloomberg rund 70 Prozent von Seltenen Erden – Rohstoffen, die in Autos, Flugzeugen, Waffen und Elektronik eine zentrale Rolle spielen – aus China. Die Exportverbote betreffen unter anderem Seltene Erden wie Dysprosium und Samarium. Japanische Unternehmen seien allerdings dafür bekannt, strategische Vorräte anzulegen.