Parteitag

Nordkorea: Kim Jong-uns Schwester steigt in neues, höheres Amt auf

Kim Jong-uns Schwester Kim Yo-jong wird befördert. Damit baut sie ihren Einfluss auf die nordkoreanische Politik weiter aus.

Kim Yo-jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, gilt in dem Land als sehr einflussreich.
Kim Yo-jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, gilt in dem Land als sehr einflussreich.-/KCNA via KNS/AP/dpa

Die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist bei dem laufenden Kongress der regierenden Arbeiterpartei befördert worden. Kim Yo-jong wurde vom Zentralkomitee der Partei zur vollwertigen Abteilungsleiterin benannt, wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Zuvor war sie stellvertretende Abteilungsleiterin.

Zusätzlich wurde sie Reuters zufolge als stellvertretendes Mitglied des Politbüros wieder eingesetzt – eine Position, die ihr 2021 entzogen worden war. In ihrer neuen Rolle könnte sie die nordkoreanische Außenpolitik noch stärker als bisher prägen. Kim Yo-jong ist vor allem durch scharfe Stellungnahmen gegen Südkorea in den Staatsmedien aufgefallen, wie Reuters berichtet.

Kim Jong-un will Wirtschaft „festigen und entwickeln“

In einer Rede am fünften Kongresstag bezeichnete Kim Jong-un die nächsten fünf Jahre als „umfassende Fortschrittsphase“ für Nordkorea. Zudem warnte er davor, dass „Pflichtvernachlässigung, Verantwortungslosigkeit und andere eingewurzelte Übel der kurzfristigen Gewinnorientierung“ beseitigt würden, so KCNA. Kim hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass im Verlaufe des Parteitags die nächste Phase des Atomprogramms präsentiert werden solle.

Konkrete außenpolitische Botschaften an die USA oder Südkorea blieben bisher aus. Kim Jong-un hat laut Reuters Gesprächsangebote des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung zur Verbesserung der Beziehungen ebenso zurückgewiesen wie Vorschläge von US-Präsident Donald Trump zur Wiederaufnahme von Verhandlungen.

Stattdessen vertieft Nordkorea die Beziehungen zu Russland und China. Der chinesische Präsident Xi Jinping sandte diese Woche eine Glückwunschbotschaft an Kim zu dessen Wiederwahl als Generalsekretär der Partei, wie KCNA bestätigte. Zudem kämpfen nach  westlichen und südkoreanischen Schätzungen Tausende nordkoreanische Soldaten für Russland.

Spekulationen um Kims Tochter als mögliche Nachfolgerin

Hinweise auf eine Beteiligung von Kim Jong-uns Tochter, die unter dem Namen Ju-ae bekannt ist, am Kongress gibt es laut Reuters bislang nicht. Unter Analysten und beim südkoreanischen Geheimdienst werde jedoch zunehmend spekuliert, dass sie als Nachfolgerin ihres Vaters aufgebaut wird.

Der Parteikongress in Nordkorea findet alle fünf Jahre statt. Satellitenbilder zeigten Medienberichten zufolge Anfang des Monats offenbar Vorbereitungen für eine begleitende Militärparade. Dies löste Spekulationen aus, dass Nordkorea dabei nukleare und konventionelle Waffen präsentieren könnte, um die in den vergangenen fünf Jahren aufgebauten militärischen Kapazitäten zur Schau zu stellen. (mit AFP)