Südkorea hat die russische Botschaft in Seoul aufgefordert, ein großes Banner mit der Aufschrift „Der Sieg wird unser sein“ zu entfernen. Das Auftauchen des Banners fällt laut einem Bericht der Korea Times mit einem russischen Feiertag zu Ehren der Streitkräfte am Montag sowie dem vierten Jahrestag des Kriegsbeginns mit der Ukraine am Dienstag zusammen.
Das südkoreanische Außenministerium hat der Botschaft laut der Nachrichtenagentur Yonhap Bedenken über das Banner übermittelt, da Südkorea befürchtet, es könne Spannungen mit anderen Ländern auslösen. Dennoch habe die russische Botschaft das Banner nicht entfernt.
Besorgnis in Seoul über Russlands Beziehungen zu Nordkorea
„Die Regierung hat stets betont, dass Russlands Invasion in der Ukraine illegal ist“, sagte ein Beamter des südkoreanischen Außenministeriums laut Korea Times. Zudem sei Südkorea besorgt über wachsende Beziehungen zwischen Russland und Nordkorea. Dem Bericht zufolge hatte der russische Botschafter in Seoul, Georgi Sinowjew, zuletzt Kritik ausgelöst, weil er von der „Großartigkeit“ nordkoreanischer Soldaten in Russland gesprochen hatte.
Russland hat Südkorea außerdem mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte das Land der sogenannten Purl-Inititiave beitreten, über die Nato-Staaten und weitere Länder US-Waffen für die Ukraine finanzieren. „In diesem Fall sehen wir uns gezwungen, vom Recht auf Vergeltung, einschließlich asymmetrischer Maßnahmen, Gebrauch zu machen“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass am Samstag.
Russische Botschaft weist Kritik zurück
Die russische Botschaft erklärte am Montag laut Korea Times, dass das Anbringen von Bannern auf dem Botschaftsgelände gängige Praxis sei und nach dem russischen Feiertag zu Ehren der Streitkräfte wieder entfernt werde. Der Spruch auf dem Banner sei „mit vielen ruhmreichen Kapiteln der russischen Geschichte verbunden, darunter die sowjetische Mobilmachung zum Sieg über das faschistische Deutschland“, so die Botschaft. Er verletze „nach Ansicht der Botschaft im historischen Kontext niemandes Gefühle“.


