Studie

Nahverkehrstickets: Preise in deutschen Großstädten steigen schneller als die Inflation

Was kosten Bus, Bahn und Tram? ADAC-Untersuchung zeigt deutliche Preisunterschiede im ÖPNV in 25 deutschen Städten.

Die Preise für Nahverkehrstickets sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Die Preise für Nahverkehrstickets sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.Lauryn Zoe Hinsch/Berliner Zeitung

Wer in deutschen Großstädten ein lokales Monatsticket für Bus, Bahn und Tram kauft, zahlt in den meisten Fällen erheblich mehr als für das Deutschlandticket. Das geht aus einem aktuellen Tarifvergleich des ADAC hervor, der die Nahverkehrspreise in 25 Großstädten untersucht hat.

Das Deutschlandticket, das im gesamten Nah- und Regionalverkehr gilt, kostet derzeit 63 Euro im Monat. Die städtischen Monatstickets liegen dagegen bei durchschnittlich 103,33 Euro – also rund 40 Euro darüber. Die Spanne reicht dabei von 71,40 Euro in München bis zu 140,50 Euro in Köln und Bonn. Als Vergleichsgrundlage diente jeweils das innere Stadtgebiet.

Allerdings bieten manche lokalen Monatstickets Zusatzleistungen, die das Deutschlandticket nicht umfasst: In München etwa ist das Ticket übertragbar, zudem können mehrere Kinder unter 14 Jahren kostenlos mitfahren.

Berlin hat das teuerste Tagesticket

Der ADAC stellte fest, dass die Preise über alle Ticketarten hinweg in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 27 Prozent gestiegen sind. Damit liegt der Anstieg über der kumulierten Inflationsrate von 22 Prozent im selben Zeitraum. Auch die Einführung des Deutschlandtickets vor rund drei Jahren dürfte die Preisstruktur vieler Verkehrsverbünde beeinflusst haben, so der ADAC. Derzeit nutzen mehr als 14 Millionen Menschen das bundesweite Abo.

Auch bei Einzelfahrscheinen zeigen sich große Unterschiede: Die Preise reichen von 2,90 Euro in Erfurt bis über 4,20 Euro in Augsburg und München. In den meisten Städten lohnt sich laut ADAC bereits ab drei Einzelfahrten der Kauf eines Tagestickets. In Bielefeld, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und sechs untersuchten Ruhrgebietsstädten rechnet sich das Tagesticket sogar schon ab zwei Fahrten.

Ein Tagesticket kostet im Durchschnitt 8,44 Euro. Am teuersten ist es in Berlin mit 11,20 Euro, am günstigsten in Bielefeld.

Wochentickets vielerorts ein Auslaufmodell

Wochentickets gibt es mittlerweile nur noch in 15 der 25 untersuchten Städte. Der Durchschnittspreis liegt bei 32,46 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohne sich ein Wochenticket daher nur in bestimmten Fällen – etwa für Touristen, erklärte der ADAC. In vielen Kommunen sei diese Ticketform ein Auslaufmodell.

Die Ergebnisse des Vergleichs verdeutlichen, dass das Deutschlandticket für regelmäßige Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in fast allen untersuchten Städten die günstigere Alternative zu lokalen Monatsabonnements darstellt – bei gleichzeitig deutlich größerem Geltungsbereich.