Angesichts massiv gestiegener Rohölpreise infolge des Kriegs im Iran haben Ungarn und Kroatien am Montag Preisdeckel für Kraftstoffe eingeführt. Die Ölpreise waren zuvor um mehr als 25 Prozent auf den höchsten Stand seit Juli 2022 gestiegen, wie Croatia Week berichtet.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán verkündete nach einer Sondersitzung der Regierung in einer Videobotschaft auf Facebook, dass Benzin auf 595 Forint (1,51 Euro) pro Liter und Diesel auf 615 Forint (1,56 Euro) pro Liter gedeckelt werden. Die Regelung gilt ab Dienstag, dem 10. März, und ausschließlich für Fahrzeuge mit ungarischer Zulassung, wie Reuters berichtet. Neben Privatpersonen sollen auch Landwirte, Spediteure und Unternehmer von der Maßnahme profitieren.
Zusätzlich werde Ungarn seine strategischen Staatsreserven freigeben, um die Versorgung sicherzustellen, so Orbán. Er verwies darauf, dass russisches Öl seit dem 27. Januar nicht mehr über die Druschba-Pipeline nach Ungarn fließe. Budapest habe Kroatien gebeten, den Transit russischen Rohöls über die Adria-Pipeline zu ermöglichen, berichtet das bulgarische Portal Fakti.bg.
Auch Kroatien ergreift Maßnahmen
Auch Kroatien reagierte am selben Tag: Die Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenković führte bei einer Sondersitzung Höchstpreise für zunächst zwei Wochen ein. Benzin (Eurosuper) wird laut Croatia Week auf 1,50 Euro pro Liter begrenzt – ohne den Eingriff wäre der Preis auf 1,55 Euro gestiegen. Diesel wird auf 1,55 Euro gedeckelt statt der sonst fälligen 1,72 Euro. Blauer Diesel für Landwirte und Fischer steigt auf 0,89 Euro statt 1,06 Euro pro Liter.
Ergänzend senkte Zagreb die Verbrauchsteuer auf Diesel um 20 Euro pro 1000 Liter auf 386,13 Euro. Die Maßnahme kostet den Staatshaushalt laut Croatia Week rund 1,95 Millionen Euro in zwei Wochen. Premiumkraftstoffe bleiben in Kroatien weiterhin dem freien Markt überlassen.
Auslöser der Preisverwerfungen waren Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran, die den Ölexport durch die Straße von Hormus gestört haben.


