Tech-Milliardär Elon Musk hat verkündet, dass die von SpaceX ergriffenen Maßnahmen gegen die russische Nutzung von des Satelliteninternets Starlink offenbar funktionieren. Der SpaceX-Chef schrieb am Sonntag auf der Plattform X: „Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unautorisierte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, gewirkt. Lasst uns wissen, wenn mehr getan werden muss.“
Die Reaktion folgt auf Berichte der ukrainischen Regierung, wonach Russland Starlink-Satellitensysteme auf Angriffsdrohnen montiert hat, um tiefer in ukrainisches Territorium vorzudringen. Unter US-Sanktionen darf Starlink weder in Russland verkauft noch dort genutzt werden.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Ukraine mit SpaceX zusammenarbeite, um Russland daran zu hindern, Drohnen mithilfe des Starlink-Internetsystems zu steuern. Sein Ministerium hatte SpaceX innerhalb weniger Stunden kontaktiert, nachdem Berichte über die mit Starlink ausgestatteten russische Drohnen bekannt wurden.
Looks like the steps we took to stop the unauthorized use of Starlink by Russia have worked. Let us know if more needs to be done.
— Elon Musk (@elonmusk) February 1, 2026
SpaceX erkennt Drohnen an Geschwindigkeit
Wie das Fachportal DroneXL berichtet, hat SpaceX nun eine konkrete technische Lösung implementiert: Starlink-Terminals zeigen fortan eine Fehlermeldung an und unterbrechen die Verbindung zu Drohnen, sobald sie eine Bewegungsgeschwindigkeit von etwa 75 bis 90 Kilometern pro Stunde erkennen. Diese Schwelle liegt knapp unter der Reisegeschwindigkeit der russischen Angriffsdrohnen wie Molniya oder Shahed. Ukrainische FPV-Drohnen, die typischerweise langsamer fliegen, sollen davon weitgehend unberührt bleiben.
Laut dem ukrainischen Militärtechnik-Berater Serhii Beskrestnov handelt es sich um „Notfallmaßnahmen“, die durch eine umfassendere Lösung ersetzt werden sollen. Terminals, die offiziell bei ukrainischen Brigaden registriert sind, können über ein Whitelist-System von der Geschwindigkeitsbegrenzung ausgenommen werden. Russische Telegram-Kanäle beklagen bereits, dass Starlink-Verbindungen bei höheren Geschwindigkeiten abbrechen, was den Einsatz auf gelenkten Angriffsdrohnen unmöglich mache.
Starlink darf wegen US-Sanktionen nicht in Russland genutzt werden
Fedorov bedankte sich bei SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Musk persönlich für die schnelle Reaktion. „Westliche Technologie muss weiterhin der demokratischen Welt helfen und Zivilisten schützen, anstatt für Terrorismus und die Zerstörung friedlicher Städte genutzt zu werden“, erklärte der Minister auf X.
Nach Angaben des ukrainischen Militärtechnik-Experten Serhii Beskrestnov hat die Ukraine Beweise für „Hunderte“ von Angriffen durch russische Drohnen mit Starlink-Terminals gesammelt. Die mit Starlink ausgestatteten Drohnen können laut Analysten bis zu 500 Kilometer weit fliegen und sind gegen elektronische Störmaßnahmen immun.
Trotz der aktuellen Kontroverse bleibt die ukrainische Armee auf Zehntausende Starlink-Terminals für die Kommunikation auf dem Schlachtfeld angewiesen. Starlink spielt dort seit Beginn des russischen Einmarschs eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Kommunikationsnetzes der Ukraine. Die Terminals unterstützen militärische Kommando- und Kontrollstrukturen, Drohnenoperationen sowie die zivilgesellschaftliche Konnektivität während wiederholter Angriffe auf die Infrastruktur.


