Beim Brand eines Linienbusses im schweizerischen Kerzers im Kanton Freiburg sind am Dienstagabend sechs Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Nach Angaben der Behörden gehen die Ermittler davon aus, dass der mutmaßliche Täter unter den Todesopfern ist.
Der Mann habe vermutlich psychische Probleme gehabt, sagte Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der Schweizer sei von seinem Umfeld als Person beschrieben worden, die „am Rande der Gesellschaft lebte“. Nach bisherigen Erkenntnissen sei er den Behörden zuvor nicht wegen extremistischer Motive aufgefallen. Bourquin: „Derzeit deutet nichts auf ein terroristisches Motiv hin.“
Man sets himself on fire on a bus in Kerzers, Switzerland, leaving multiple dead and injured. pic.twitter.com/T6dO7vOrvv
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Zeugen berichten von Selbstanzündung im Bus
Nach Angaben der Ermittler stieg der Mann mit mehreren Säcken in den Bus ein und fiel anderen Fahrgästen durch sein Verhalten auf. Zeugen berichteten, er habe plötzlich eine entflammbare Flüssigkeit über sich gegossen und sich selbst angezündet. Das Feuer habe sich anschließend innerhalb weniger Augenblicke im Fahrzeug ausgebreitet, teilten Vertreter der Polizei mit. Der Bus sei kurz vor der Endstation im Ortszentrum von Kerzers in Brand geraten und vollständig ausgebrannt.
Der mutmaßliche Täter soll Schweizer Staatsbürger sein. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 60-jährigen Mann aus dem Kanton Bern. Bereits kurz nach dem Unglück hatten Augenzeugen berichtet, ein Mann habe Benzin im Bus verschüttet und sich selbst angezündet. Diese Angaben wurden am Mittwoch von den Ermittlern im Grundsatz bestätigt.
Der Linienbus des Unternehmens Postauto war gegen 18.25 Uhr auf der Strecke von Düdingen nach Kerzers unterwegs. Kerzers liegt rund 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Bern.
Die Kantonspolizei Freiburg hatte bereits kurz nach dem Vorfall erklärt, vieles deute auf eine vorsätzliche Tat hin. Ob der mutmaßliche Täter gezielt andere Menschen angreifen wollte oder sich selbst töten wollte, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch Gegenstand der Ermittlungen.
🚨 BREAKING: 6 dead, 5 injured after a PostBus fire in Kerzers, canton of Fribourg, Switzerland. According to eyewitnesses, a man deliberately started the blaze: «He poured petrol and set himself on fire.»
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Opfer stammen aus der Region
Die sechs Todesopfer stammen nach Angaben der Polizei alle aus der Region. Ihre Identitäten sollen bekannt gegeben werden, sobald die Angehörigen informiert worden sind.
Von den fünf Verletzten befinden sich nach Angaben der Behörden noch zwei im Krankenhaus. Unter den Verletzten ist auch ein Sanitäter, der an den Rettungsmaßnahmen beteiligt war.
Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Dienstagabend im Einsatz. Neben Feuerwehr und Polizei wurden auch Rettungshubschrauber angefordert. Der ausgebrannte Bus wurde später mit weißen Planen abgeschirmt, während Ermittler den Brandort untersuchten.
Große Bestürzung in der Schweiz
Der Brand hat in der Schweiz große Bestürzung ausgelöst. Im rund 26 Kilometer entfernten Bern gedachten beide Kammern des Parlaments der Todesopfer, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. „Dieses tragische Ereignis erschüttert nicht nur eine Region, einen Kanton, sondern weit darüber hinaus“, sagte Nationalratspräsident Pierre-André Page.
Auch Bundespräsident Guy Parmelin reagierte betroffen. „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind“, schrieb er auf der Plattform X. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Kerzers ist eine Gemeinde mit rund 5600 Einwohnern und liegt in einer wichtigen Gemüseanbauregion der Schweiz.
Der Busbrand folgt auf ein weiteres schweres Feuerunglück im Land: Beim Brand einer Bar im Ferienort Crans-Montana waren in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Die durch Feuerwerk verursachte Katastrophe beschäftigt die Behörden weiterhin.


