Drogenkrieg

Mexiko: Kartellchef „El Mencho“ stirbt nach Festnahme mit US-Hilfe

Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes ist nach Angaben der Regierung in Mexiko nach einem Zugriff während des Transports in ein Krankenhaus gestorben. Sein Tod löst eine Gewaltwelle aus.

Nach dem Tod des Kartellbosses Nemesio Oseguera Cervantes setzten Bandenmitglieder Fahrzeuge in Brand.
Nach dem Tod des Kartellbosses Nemesio Oseguera Cervantes setzten Bandenmitglieder Fahrzeuge in Brand.Armando Solis/AP

Nach dem Tod des „El Mencho“ genannten Chefs eines mexikanischen Drogenkartells bei seiner Festnahme haben Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand gesetzt. Laut dpa wurden in Bundesstaaten wie Jalisco, Michoacán und Guanajuato, Straßen durch brennende Fahrzeuge blockiert.

Zudem wurden Stützpunkte der Nationalgarde attackiert, wie örtliche Medien berichteten. Es soll dabei Tote und Verletzte gegeben haben.

Boss eines der mächtigsten Kartelle

Zuvor hatte Mexikos Verteidigungsministerium den Tod von Nemesio Oseguera Cervantes bestätigt. Der Anführer des Jalisco Nueva Generación (CJNG) sei bei einem Einsatz einer Spezialeinheit  festgenommen worden, berichteten die Nachrichtenagentur AP und die mexikanische Tageszeitung La Jornada unter Berufung auf offizielle Angaben.

Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums erlitt Oseguera bei dem Zugriff Verletzungen und starb, als er in ein Krankenhaus in Mexiko-Stadt gebracht wurde. Zum Fahndungserfolg hatte die Unterstützung von US-Behörden beigetragen. Bei dem Militäreinsatz gegen „El Mencho“ kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums sechs weitere Bandenmitglieder ums Leben.

Oseguera galt als Gründer und Kopf einer der schlagkräftigsten kriminellen Organisationen in Mexiko. Das CJNG ist in den internationalen Drogenhandel verwickelt und für extreme Gewalt bekannt. La Jornada bezeichnete „El Mencho“ als Anführer der „drittmächtigsten kriminellen Organisation der Welt“. In den USA war ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf ihn ausgesetzt.

Brutaler Machtkampf zu erwarten

Der Tod des Kartellchefs könnte Machtkämpfe innerhalb des CJNG auslösen. Sicherheitsbehörden rechnen mit internen Auseinandersetzungen oder Vergeltungsaktionen.

Die Botschaft der USA sowie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder forderten ihre Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Unter anderem wurde vor Gewalttaten in den beliebten karibischen Urlaubszielen Cancún, Cozumel und Tulum gewarnt.

Die deutsche Botschaft warnte auf der Plattform X, dass es „in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen“ kommt. Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten. „Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten“, erklärte die Botschaft weiter.

Aus Sicherheitsgründen strichen oder leiteten Fluggesellschaften Flüge um, darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta, einer touristischen Stadt an der Pazifikküste, die auch von der Gewaltwelle betroffen war. Zu Zwischenfällen kam es laut dpa ebenfalls in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist. Mexiko richtet das Turnier ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada aus.

Der Einsatz wird als Beleg für die Bedeutung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Mexiko und den USA im Kampf gegen den Drogenhandel gewertet.