Straßenverkehr

Ostdeutsche Bundesländer mit stärkstem Zuwachs an Verkehrssündern

Verkehrssünder in Deutschland nehmen zu - besonders im Osten. Mecklenburg-Vorpommern führt mit 2,2% Zuwachs. Doch eine Altersgruppe fällt extrem auf.

Unter anderem in Brandenburg stieg die Zahl der Verkehrsauffälligkeiten.
Unter anderem in Brandenburg stieg die Zahl der Verkehrsauffälligkeiten.Soeren Stache/dpa

Wer im Straßenverkehr gegen Regeln verstößt, sammelt Punkte im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg. Aktuelle Zahlen zum Stichtag 1. Januar 2026 zeigen: Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern ist die Zahl der registrierten Verkehrssünder im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gestiegen.

Insgesamt waren zum Jahresbeginn bundesweit rund 10,17 Millionen Personen eingetragen – ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit steigt die Gesamtzahl im Vorjahresvergleich erstmals seit 2020 wieder an, nachdem sie in den vergangenen Jahren überwiegend rückläufig war.

MV und Brandenburg mit höchstem Verkehrssünder-Zuwachs

Unter allen Bundesländern sticht Mecklenburg-Vorpommern mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent besonders hervor – der höchste Anstieg bundesweit. Rund 170.000 Verkehrsauffälligkeiten gab es dort in 2025. Brandenburg und Rheinland-Pfalz folgen mit jeweils 1,7 Prozent. Auch Sachsen liegt mit 1,5 Prozent über dem Durchschnitt.

Lediglich Sachsen-Anhalt bildet unter den ostdeutschen Flächenländern eine Ausnahme mit einem Rückgang von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Berlin verbesserte sich um einen Prozent bei etwa 341.000 registrierten Vorfällen.

Am deutlichsten verbessern konnte sich das Saarland mit einem Minus von 2,5 Prozent. Die absolut meisten Verkehrssünder kommen weiterhin aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit knapp 2,12 Millionen Einträgen.

Mehr Senioren sammeln Punkte in Flensburg

Auffällig ist zudem der Anstieg der registrierten Verkehrsauffälligkeiten bei Personen ab 65 Jahren: Ihre Zahl wuchs um 5,4 Prozent auf rund 1,48 Millionen. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren ging die Zahl der Einträge hingegen um 1,8 Prozent zurück.

Männer dominieren das Register weiterhin klar mit rund 7,64 Millionen Einträgen gegenüber 2,48 Millionen bei den Frauen. Bundesweit stieg die Zahl der weiblichen Verkehrssünder mit 1,4 Prozent allerdings deutlich stärker als die der Männer mit 0,6 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Trend in Sachsen, wo die Zahl der registrierten Frauen um 6,7 Prozent wuchs.