Polit-Talkshow „Maischberger“

„Werden Sie nicht affig, Herr Heil“: Chrupalla gerät mit SPD-Politiker aneinander

Bei Sandra Maischberger geraten Hubertus Heil und  Tino Chrupalla heftig aneinander. Im Zentrum steht dabei der Krieg in der Ukraine.

Tino Chrupalla (AfD) war am Mittwochabend bei „Maischberger“ zu Gast.
Tino Chrupalla (AfD) war am Mittwochabend bei „Maischberger“ zu Gast.HMB-Media/imago

Die Gäste bei der ARD-Polittalkshow „Maischberger“ haben am Mittwochabend über die US-Politik unter Präsident Donald Trump sowie über den Krieg in der Ukraine diskutiert. Zu Gast waren dabei Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla, Unternehmens- und Politikberater Roland Berger sowie die Journalisten Constantin Schreiber (Axel Springer), Anna Lehmann (taz) und Kristina Dunz (RND).

Dabei kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Heil und Chrupalla. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die gezielten russischen Angriffe auf ukrainische Infrastruktur als Kriegsverbrechen einzustufen seien.

Heil zu Chrupalla: „Das sind Kriegsverbrechen“

Während Heil die Frage ohne Zögern bejahte, wich Chrupalla zunächst aus. Auf Heils Nachfrage, ob das Zerbomben von Infrastruktur, um Menschen bei minus 20 Grad erfrieren zu lassen, kein Kriegsverbrechen sei, antwortete Chrupalla: „Um Menschen erfrieren zu lassen – so weit würde ich nicht gehen.“ Später bezeichnete Chrupalla die Angriffe als „Verbrechen“. Heil ließ jedoch nicht locker: „Das sind Kriegsverbrechen. Warum verniedlichen Sie das?“ Daraufhin entgegnete Chrupalla verärgert: „Werden Sie nicht affig, Herr Heil.“

SPD-Politiker Heil erhob in der Sendung schwere Vorwürfe gegen die AfD. Er warf Chrupalla mehrfach vor, russische Positionen zu vertreten. „Wenn wir das zusammenfassen, sind das alles eins zu eins Positionen des Kreml. Sie haben nicht einen Satz zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine gesagt.“

Heil bezeichnete Chrupalla als „trojanisches Pferd Putins in Deutschland“ und weiter als „Vertreter Russlands im Westen“. Der AfD-Chef wies dies zurück und betonte, seine Partei mache „mehr für den Frieden als die SPD“. Heil entgegnete: „Putins Interessen vertreten ist keine Friedenspolitik. Ein Gewaltfrieden würde Putin nur hungriger machen“.

Uneinig waren sich Heil und Chrupalla auch bei der Bewertung von Donald Trump. Chrupalla attestierte Trump „einen gewöhnungsbedürftigen Umgang bei Verhandlungen“. In der Migrationspolitik sei Trump  allerdings „ein Vorbild“, so Chrupalla.

Chrupalla: „Wer ist Maximilian Krah?“

Als Moderatorin Sandra Maischberger ihn auf den tödlichen Vorfall bei einer Kontrolle der US-Abschiebebehörde ICE in Minneapolis ansprach, bei dem eine Frau erschossen wurde, ruderte Chrupalla zurück: „Das kann man in dieser Art und Weise natürlich nicht unterstützen“.

Zur Grönland-Politik des US-Präsidenten erklärte Chrupalla, die Insel gehöre zu Europa und Dänemark. Auf den Hinweis, dass AfD-Politiker Maximilian Krah Grönland dem amerikanischen Kontinent zugeordnet hatte, distanzierte sich Chrupalla: „Wer ist Maximilian Krah? Der hat keine Funktion in der Partei“. Krah war Spitzenkandidat der AfD bei der Europawahl, ihm wurde von der Partei später das Auftreten bei Wahlkampfveranstaltungen verboten. 2025 zog Krah in den Bunestag ein und legte sein Mandat im EU-Parlament nieder.