Geheimdienste

MAD warnt vor neuer Spionage-Gefahr – neuer Vizepräsident übernimmt

Der MAD bekommt einen neuen Vizepräsidenten. Thomas Nickel gilt als Experte für Soldatenschutz im Ausland. Die Neuernennung hat einen gewichtigen Grund.

 Toreinfahrt der Konrad Adenauer Kaserne. Köln.
Toreinfahrt der Konrad Adenauer Kaserne. Köln.imago stock&people via www.imago-images.de

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat einen neuen militärischen Vizepräsidenten: Oberst Thomas Nickel übernimmt die Position im Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst in Köln. In seiner neuen Funktion sind ihm vier Abteilungen, der Planungsstab sowie die MAD-Stellen unterstellt.

Nickel war bis Dezember 2025 als Leiter der Abteilung Lage und Einsatzbereite Kräfte im Bundesamt tätig. MAD-Präsidentin Martina Rosenberg bezeichnete ihn als „langjährigen Erfahrungsträger", der die Führungsspitze der Behörde „perfekt“ ergänze.

Experte für Einsatzabschirmung

Der Oberst gilt als Experte für die sogenannte Einsatzabschirmung – den Schutz von Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen. Auf dem 5. Symposium zum Recht der Nachrichtendienste im März 2024 in Berlin erläuterte Nickel die rechtlichen Grundlagen für die Tätigkeit des MAD im In- und Ausland.

Dabei beschrieb er die Einsatzabschirmung als „Schutzschirm über der Truppe". Zu den konkreten Aufgaben zählen demnach der Liegenschaftsschutz in Feldlagern, die Überprüfung von Ortskräften sowie technische Absicherungsmaßnahmen – etwa der Schutz vor Spionage über Smartphones.

MAD warnt vor zunehmender Bedrohungslage

Die Personalentscheidung fällt in eine Zeit erhöhter Wachsamkeit bei den deutschen Nachrichtendiensten. Der MAD warnte zuletzt vor einer gestiegenen Gefahr durch Spionage und Sabotage. Laut Medienberichten über den MAD-Jahresbericht richten sich die Aktivitäten ausländischer Dienste – insbesondere aus Russland und China – verstärkt gegen die Bundeswehr. Präsidentin Rosenberg sprach von einer Intensität, „wie wir es im Kalten Krieg kannten".

Der Militärische Abschirmdienst ist der Inlandsnachrichtendienst im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums. Seine Hauptaufgaben umfassen die Abwehr von Extremismus und Terrorismus, den Schutz vor Spionage und Sabotage sowie die Mitwirkung an Sicherheitsüberprüfungen. Im November 2025 beriet der Verteidigungsausschuss des Bundestages über einen Regierungsentwurf zur Stärkung der militärischen Sicherheit, der auch Anpassungen des MAD-Gesetzes vorsieht.