Golf von Oman

Machtdemonstration während Atomverhandlungen: Russland und Iran kündigen Marineübung an

Iran und Russland wollen ein gemeinsames Militärmanöver im Golf von Oman abhalten. Die Übung fällt in eine Phase wachsender Spannungen im Atomstreit mit den USA.

Ein Boot der iranischen Revolutionsgarde bei einem Militärmanöver in der Straße von Hormus
Ein Boot der iranischen Revolutionsgarde bei einem Militärmanöver in der Straße von HormusSepahnews/imago

Inmitten der angespannten Atomverhandlungen mit den USA haben der Iran und Russland eine gemeinsame Marineübung angekündigt. Das Manöver soll am Donnerstag im Golf von Oman und im nördlichen Indischen Ozean stattfinden, wie der iranische Marinekommandant Hassan Maghsudloo laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA erklärte.

Ziel der Übung sei es, „die gemeinsame maritime Kooperation auszubauen und die Koordination“ beider Marinestreitkräfte bei der Planung und Durchführung kombinierter Operationen zu stärken, so Maghsudloo. Das Manöver solle zudem ein Signal gegen Unilateralismus setzen und die Sicherheit des Seehandels in der Region unterstützen. Russlands Marinekommandant Alexej Sergejew erklärte laut IRNA: „Wir sind bereit, gemeinsame Übungen in jeder Region abzuhalten.“

Zuvor gab es ein Manöver in der Straße von Hormus

Die Ankündigung erfolgt nur einen Tag, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein eigenes Manöver in der Straße von Hormus durchgeführt hatten. Die strategisch zentrale Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, wurde dafür teilweise gesperrt. Laut einer Erklärung der Revolutionsgarden diente die Übung dazu, die Einsatzbereitschaft ihrer Seestreitkräfte zu überprüfen.

Parallel dazu fand am Dienstag in Genf eine weitere Runde indirekter Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA unter Vermittlung des Oman statt. Irans Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete die Gespräche als „konstruktiver“ als die erste Runde, die am 6. Februar in Maskat stattgefunden hatte.

US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte keine Einigung im Atomstreit erzielt werden, und entsandte einen zweiten Flugzeugträger in die Region. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei entgegnete am Dienstag: „Ein Kriegsschiff ist gewiss eine gefährliche Waffe, doch noch gefährlicher ist die Waffe, die es versenken kann.“