Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) kommt nicht zur Ruhe. Erst letztes Jahr endete die Affäre um private Tätigkeiten von LKA-Beamten für den Rapper Bushido mit der Auflösung eines kompletten Kommandos. Jetzt der nächste Skandal: Ein Personenschützer des LKA soll während des Dienstes eine Liebesbeziehung mit der Angehörigen einer Schutzperson begonnen haben.
Wie in der Presse berichtet wurde, handelt es sich bei der Schutzperson um die vietnamesische Waffenhändlerin Nguyen T. Diese lebt mit ihrer Familie unter staatlichem Schutz in Berlin. Die Frau gilt als Insiderin des internationalen Waffenhandels.
Der Beamte soll die Beziehung seinen Vorgesetzten verschwiegen haben, obwohl mehrere Kollegen davon gewusst haben sollen. Interne Untersuchungen laufen.
Gewerkschaft deutet strukturelle Probleme an
Jetzt äußerte sich der GdP-Landesvize Thorsten Schleheider auf Facebook: Zwar lobte er die Arbeit der Personenschützer, räume jedoch ein, dass „wir langsam an einem Punkt sind, an dem wir womöglich über strukturelle Veränderungen im LKA sprechen müssen“. Die Probleme sieht er besonders in den Bereichen „Führungsqualität und ‑verantwortung“. Damit deutet sich eine Neuaufstellung des LKA Berlins an.
Der Fall reiht sich in einen bereits bestehenden Skandal ein: Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass mindestens zwei LKA-Beamte privat für den Rapper Bushido gearbeitet hatten, ohne dies zu melden. Die Polizei hatte daraufhin ein komplettes Personenschutz-Kommando aufgelöst und kündigte behördenweite Prüfungen aller Nebentätigkeiten an. Ob dieses Mal wieder eine solche begrenzte Maßnahme ergriffen wird, bleibt offen.


