Erstmals seit Jahren zählen die im Bundestag vertretenen Parteien in Deutschland wieder mehr als 1,2 Millionen Mitglieder. Getragen wird das Wachstum ausschließlich von den Oppositionsparteien. Die Anzahl der Mitglieder bei den Regierungsparteien CDU, CSU und SPD stagniert oder schrumpft.
Spitzenreiter beim Zuwachs ist die Linke, die ihre Mitgliederzahl im Laufe des Jahres 2025 mehr als verdoppelte: von 58.523 auf 123.126 – ein Plus von 110,4 Prozent. Noch Ende 2023 lag die Zahl nach jahrelangem Abwärtstrend bei nur 50.251. Vor allem die Abspaltung des Bündnisses Sahra Wagenknecht, die neue Parteispitze und die Mobilisierung im Bundestagswahlkampf hätten der Partei Rückenwind verschafft.
Auch den Grünen nahmen die Mitglieder deutlich zu. Es wurde ein Anstieg um 18,3 Prozent auf 183.761 Mitglieder verzeichnet.
Die AfD meldete laut Schatzmeister Carsten Hütter zum 1. Januar 2026 rund 73.108 Mitglieder nach etwa 51.000 im Vorjahr. Das wäre ein Wachstum von mehr als 43 Prozent.
Die FDP hat noch keine Mitgliedszahlen für 2025 veröffentlicht. Aber sie dürfte sich nach ersten Schätzungen bei etwas unter 70.000 stabilisieren. Das entspricht einem leichten Wachstum.
Die BSW gab laut mdr die Anzahl ihrer Mitglieder mit mehr als 10.000 an. Das wäre ein rasantes Wachstum. Noch 2024 zählte die Partei nur etwas mehr als 1000 Aktivisten.
Nur eine Regierungspartei legt zu
Unter den Regierungsparteien verzeichnet einzig die CSU ein leichtes Plus von rund 130.000 auf 132.000 Mitglieder. Die CDU hingegen verlor rund zwei Prozent und fiel von 364.202 auf 356.769 Mitglieder. Noch deutlicher schrumpfte die SPD: Sie sank auf 348.451 Mitglieder. Das ist ein Minus von 2,4 Prozent.


