Mecklenburg-Vorpommern

Landtagswahl: Linke und BSW ernennen Spitzenkandidaten

Bildungsministerin Oldenburg führt die Linken in den Wahlkampf. Der Heilpraktiker Schabbel steht beim Bündnis Sahra Wagenknecht auf dem ersten Platz der Landesliste.

Peter Schabbel, Landesvorsitzender der BSW in Mecklenburg-Vorpommern, wird seine Partei im Wahlkampf anführen.
Peter Schabbel, Landesvorsitzender der BSW in Mecklenburg-Vorpommern, wird seine Partei im Wahlkampf anführen.Stefan Sauer/dpa

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und die Linke haben am Samstag ihre Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Der Heilpraktiker Peter Schabbel aus dem Raum Parchim wird den Wahlkampf des BSW anführen.

Bildungsministerin Simone Oldenburg ist die Spitzenkandidatin für die Linkspartei. Die Lehrerin Oldenburg erhielt 79 von 114 gültigen Stimmen und erzielte damit ein Ergebnis von 69,3 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern: Linke und BSW könnten in Landtag einziehen

Beim BSW waren die Spitzenplätze umkämpfter. Schabbel setzte sich für Platz eins gegen zwei Mitbewerber aus Rostock durch - er bekam gleich in ersten Wahlgang deutliche 68,6 Prozent.

Linke und BSW haben nach den jüngsten Wahlumfragen Chancen, am 20. September in den Landtag im Schweriner Schloss einzuziehen. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Ostsee-Zeitung vom 19. Februar könnte die Linke bei der Wahl mit elf Prozent der Wählerstimmen rechnen.

Das BSW lag in der Umfrage der Zeitung bei 5 Prozent. Zöge die Partei mit einem solchen Wert in den Landtag ein, könnte sie mit sechs Sitzen rechnen - und bei der Regierungsbildung eine Rolle spielen. Die AfD kommt in der Umfrage auf 37 Prozent und wäre die stärkste Kraft in dem Bundesland. Auf Platz zwei würde die SPD mit 23 Prozent, auf platz drei die CDU mit 13 Prozent folgen. Die Grünen würden mit vier Prozent der Stimmen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Für den Fall, dass die Partei ins Parlament kommen sollte, kündigte Schabbel an, dass man weder Manuela Schwesig von der SPD noch einen Kandidaten der AfD zum Regierungschef wählen werde. Das BSW, das nach eigenen Angaben in Mecklenburg-Vorpommern rund 470 Mitglieder hat, verabschiedete in Schwerin auch sein Wahlprogramm mit rund 90 Seiten.

Die Bundesvorsitzende des BSW, Amira Mohamed Ali, forderte in ihrer Rede in Schwerin die Rückkehr zu russischem Pipeline-Öl für die Raffinerie Schwedt in Brandenburg, nachdem die USA die Handelssperren für russisches Öl befristet gelockert haben. „Natürlich sollten wir wieder das preiswerte russische Öl über die Druschba-Pipeline nach Schwedt importieren“, sagte Mohamed Ali mit Blick auf die aktuell hohen Spritpreise. Auch sollte nach ihren Worten wieder russisches Erdgas durch die Nord Stream-Pipeline nach Deutschland fließen.