Nach elf Preisanstiegen in Folge haben Autofahrer in Deutschland erstmals wieder etwas durchatmen können: Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel ist am Dienstag um 2,2 Cent auf 2,288 Euro pro Liter gesunken, wie Daten des ADAC zeigen. Damit drehte der Preis nur knapp unter dem Allzeithoch aus dem März 2022 ab. Auch Super E10 verbilligte sich leicht um einen Cent auf 2,074 Euro pro Liter. Am Mittwoch ging der Trend weiter.
Für Pendler bleibt die Belastung dennoch hoch: Im Vergleich zum Niveau vor Beginn des Iran-Konflikts zahlen Dieselfahrer gut 54 Cent mehr pro Liter, bei Super E10 sind es fast 30 Cent.
Paket der Bundesregierung ist auf dem Weg
Am Donnerstag soll der Bundestag über ein Spritpreis-Paket abstimmen. Kernstück ist das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz (KPAnG): Tankstellen sollen künftig nur noch einmal am Tag – um 12:00 Uhr – die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen jederzeit möglich bleiben.
Das Modell orientiert sich an Österreich, wo die Regel angesichts des Iran-Kriegs kürzlich auf drei Erhöhungen pro Woche verschärft wurde. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Zusätzlich soll die Missbrauchsaufsicht im Kraftstoffgroßhandel erleichtert werden, indem die Beweislast zugunsten der Kartellbehörden umgekehrt wird.
Slowakei ergreift Maßnahmen gegen Tanktourismus
Auch andernorts sorgt die Spritpreisentwicklung für ungewöhnliche Maßnahmen: Die Slowakei hat laut ARD ein Zwei-Preise-System eingeführt, bei dem Autofahrer mit ausländischem Kennzeichen mehr für Diesel zahlen.
Die Regierung von Ministerpräsident Fico will damit den Tanktourismus eindämmen, nachdem es an Grenz-Tankstellen zu Engpässen gekommen war. Die EU-Kommission sieht darin einen Verstoß gegen EU-Recht und hat rechtliche Schritte angekündigt. Die Slowakei will an der Regelung festhalten – vorerst befristet auf 30 Tage.
Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen zum Irankrieg
Hintergrund der leichten Entspannung an den Zapfsäulen ist ein deutlicher Rückgang des Ölpreises. Der Brent-Preis fiel am Mittwochmorgen um rund fünf Prozent auf 95,73 Dollar pro Barrel – erstmals seit Wochen wieder unter der 100-Dollar-Marke.

