Ölblockade

„Kuba sieht das Ende“: Trump droht mit Übernahme des Inselstaates nach totalem Blackout

Nachdem das gesamte Stromnetz von Kuba am Montag zusammenbrach, demonstriert US-Präsident Donald Trump erneut seine Macht. Er könne sich das Land jetzt „nehmen“.

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump schließt eine gewaltsame Übernahme Kubas nicht aus.
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump schließt eine gewaltsame Übernahme Kubas nicht aus.Aaron Schwartz - Pool via CNP/imago

US-Präsident Donald Trump hat am Montag offen damit gedroht, Kuba unter amerikanische Kontrolle zu bringen. „Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen“, sagte er vor Reportern im Weißen Haus. Die Äußerungen fielen zu einem Zeitpunkt, als das gesamte Stromnetz des karibischen Inselstaats zusammengebrochen war – eine direkte Folge der von Washington verhängten Ölblockade.

„Ich glaube, Kuba sieht das Ende kommen“, sagte Trump laut Politico. „Mein ganzes Leben lang habe ich gehört: Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?“ Auf Nachfrage, was er mit „übernehmen“ meine, antwortete er: „Ob ich es befreie, es übernehme – ich kann damit machen, was ich will. Sie sind gerade eine sehr geschwächte Nation.“

Die Worte markieren eine Verschärfung gegenüber vergangener Aussagen, als Trump noch von einer „freundlichen Übernahme“ gesprochen hatte. Zuletzt sagte er Reportern jedoch: „Es muss keine freundliche Übernahme sein.“

Trump sieht Krise durch sein Eingreifen herbeigeführt

Hintergrund ist die im Januar gestartete US-Operation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Venezuela war Kubas wichtigster Öllieferant und Geldgeber. Laut Politico erklärte Trump, die Krise sei eine direkte Folge seines Eingreifens: „Wir haben alles Öl, alles Geld abgeschnitten – alles, was aus Venezuela kam, der einzigen Quelle.“

Laut einem Bericht der New York Times, auf den der Guardian verweist, haben US-Vertreter in jüngsten Gesprächen mit Havanna die Absetzung von Präsident Miguel Díaz-Canel gefordert. US-Außenminister Marco Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer, drängt seit Langem auf einen Regierungswechsel in Havanna.

Díaz-Canel, der 2018 die Nachfolge der Castro-Brüder antrat, erklärte laut Guardian am Freitag, er erwarte Gespräche mit den USA „auf der Grundlage von Gleichheit und Respekt für die politischen Systeme beider Länder“. Kuba hat Einmischung in innere Angelegenheiten stets als inakzeptabel abgelehnt. Kubanisch-amerikanische Aktivisten hingegen ermutigen Trump laut Politico, den Druck auf die kommunistische Regierung aufrechtzuerhalten.