Lateinamerika

Kuba-Krise: Spanien, Mexiko und Brasilien schlagen Alarm

Nach monatelanger Ölblockade der USA verschärft sich die Krise in Kuba. Spanien, Mexiko und Brasilien drängen auf eine Lösung.

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat sich zusammen mit Mexiko und Brasilien zu der Lage in Kuba geäußert.
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat sich zusammen mit Mexiko und Brasilien zu der Lage in Kuba geäußert.Lorena Sopena Lopez/imago

In einer gemeinsamen Erklärung haben Spanien, Mexiko und Brasilien ihre Besorgnis über die schwere humanitäre Krise in Kuba zum Ausdruck gebracht. Die drei Länder fordern einen respektvollen Dialog, um eine dauerhafte Lösung zu finden und die Selbstbestimmung des kubanischen Volkes zu gewährleisten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Die Regierungen von Spanien, Mexiko und Brasilien zeigten sich besorgt über die „dramatische Situation“ in Kuba, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des mexikanischen Außenministeriums hervorgeht. Die Karibikinsel leidet unter einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise, die durch eine Ölblockade der USA unter Präsident Donald Trump weiter verschärft wurde, so AFP.

In der Erklärung wird ein „aufrichtiger und respektvoller Dialog“ im Einklang mit dem Völkerrecht gefordert. Ziel sei es, eine langfristige Lösung für die Krise zu finden und sicherzustellen, dass die Zukunft des Landes von den Kubanern selbst frei bestimmt werde. Die USA werden in der Erklärung nicht explizit genannt, doch die Länder äußerten ihre „tiefe Besorgnis“ über den Druck, dem die Bevölkerung Kubas ausgesetzt sei.

Gipfeltreffen in Barcelona

Die Appelle der drei linksgerichteten Regierungen wurden am Rande eines Gipfeltreffens von Staats- und Regierungschefs in Barcelona formuliert, das von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez geleitet wurde. Unter den Teilnehmern waren auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum, wie die britische Zeitung The Guardian berichtete. Ziel des Treffens war neben der Lösung der Kuba-Krise auch der Schutz demokratischer Werte.

Kuba erlebt derzeit seine schwerste Wirtschaftskrise seit dem Ende der Sowjetunion. Die Insel ist von Stromausfällen und einer angespannten Versorgungslage betroffen. Der öffentliche Nahverkehr ist stark eingeschränkt, Benzin wird rationiert, und mehrere Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Kuba aufgrund der Treibstoffknappheit eingestellt, wie AFP berichtet.

Die Krise wurde durch eine Ölblockade der USA verschärft, die US-Präsident Trump als Druckmittel gegen die Regierung in Havanna einsetzt. In den vergangenen Monaten hatte die US-Regierung wiederholt wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba gefordert. Trump hatte sogar öffentlich erwogen, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen.

Mexiko, Spanien und Brasilien betonten in ihrer Erklärung die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit, um die Lage der kubanischen Bevölkerung zu verbessern und eine friedliche Lösung zu finden.