Ölversorgung

Kriegsschiffe für den Golf: So reagieren die Europäer auf Trumps Forderung

US-Präsident Donald Trump fordert Verbündete auf, die Straße von Hormus militärisch zu sichern. Was sagen europäische Länder dazu?

Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußert sich in Brüssel zu der Situation in Nahost.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußert sich in Brüssel zu der Situation in Nahost.Virginia Mayo/dpa

US-Präsident Donald Trump hat seine Verbündeten aufgefordert, Kriegsschiffe in den Persischen Golf zu schicken, um die Straße von Hormus für Öltanker zu sichern. Die europäischen Reaktionen fallen jedoch zurückhaltend aus. Mehrere Regierungen verlangen zunächst Antworten über die strategischen Ziele des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte bei einer Pressekonferenz in der Downing Street, Großbritannien werde sich „nicht in den größeren Krieg hineinziehen lassen“, wie Politico berichtet. Man arbeite mit europäischen Partnern an einem „tragfähigen kollektiven Plan“, um die Schifffahrt in der Region wiederherzustellen. Starmer betonte, es handle sich ausdrücklich nicht um eine Nato-Mission. In einem 15-minütigen Telefonat mit Trump am Sonntag habe er die Lage besprochen, das Gespräch sei „völlig in Ordnung“ verlaufen.

Die zurückhaltende Reaktion spiegelt laut AP ein breites Unbehagen unter den Verbündeten wider, die vor dem am 28. Februar gestarteten Militäreinsatz weder konsultiert noch seither umfassend informiert worden seien. Trump hatte in einem Interview mit der Financial Times gewarnt, eine Ablehnung wäre „sehr schlecht für die Zukunft der Nato“.

Berlin: „Keine Angelegenheit der Nato“

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul forderte bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel laut AP mehr Klarheit darüber, „wann die USA und Israel die militärischen Ziele ihres Einsatzes als erreicht betrachten“. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte: „Die USA haben uns vor diesem Krieg nicht konsultiert, deshalb glauben wir, dass dies keine Angelegenheit der Nato oder der Bundesregierung ist.“

Estlands Außenminister Margus Tsahkna schloss sich der Forderung nach Transparenz an, und Polens Außenminister Radosław Sikorski sagte laut AP, Polen würde eine Anfrage der USA über die Nato „selbstverständlich aus Respekt und Solidarität mit unseren amerikanischen Verbündeten sehr sorgfältig prüfen“.

Gleichzeitig betonte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, die Offenhaltung der Straße von Hormus liege „in unserem Interesse“. Als Option nannte sie eine Ausweitung der EU-Marinemission „Aspides“ vom Roten Meer in den Persischen Golf. Frankreich arbeitet laut AP bereits mit Partnern in Europa, Indien und Asien an einer möglichen Geleitschutz-Mission. Französische Beamte erklärten dem Bericht zufolge, dass die Niederlande, Italien und Griechenland Interesse signalisiert hätten.

Die Straße von Hormus, eine wichtige Handelsroute für Öl und LNG, ist durch den Iran-Krieg weitgehend blockiert. Der Konflikt hat den Brent-Ölpreis laut AP um mehr als 40 Prozent steigen lassen und globale Lieferketten bei Pharmazeutika, Halbleitern und Düngemitteln gestört.