Australien hat mehrere diplomatische Vertretungen im Nahen Osten geschlossen. Außenministerin Penny Wong rechnet mit einer weiteren Verschärfung des Konflikts. Wie Reuters berichtet, sagte Wong am heutigen Mittwoch im Parlament, dass die Botschaften in Abu Dhabi und Tel Aviv sowie das Konsulat in Dubai für den Publikumsverkehr geschlossen wurden.
Mindestens neun Städte, in denen sich australische Einrichtungen befinden, seien von Raketen- und Drohnenangriffen betroffen. „Irans Vergeltungsangriffe dauern in einem Ausmaß und einer Tiefe an, wie wir sie bisher nicht gesehen haben“, sagte die Ministerin. Der Konflikt werde sich „kurzfristig wahrscheinlich weiter verschärfen“.
Evakuierung und Rückkehrer
Die australische Regierung hat Angehörige von Diplomaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel angewiesen, die Länder zu verlassen. Laut Reuters hielten sich zum Zeitpunkt des Konfliktbeginns rund 115.000 australische Staatsbürger in der Region auf. Nach Angaben von Wong sind bislang mehr als 3200 von ihnen auf 23 kommerziellen Flügen zurückgekehrt.
„Die gefährlichen und destabilisierenden Angriffe des Iran gefährden das Leben von Zivilisten, auch von Australiern“, sagte Wong. Die Regierung weitet ihre konsularischen Bemühungen aus, während begrenzte kommerzielle Flugverbindungen wieder aufgenommen würden.
Höchste Warnstufe für Reisende
Bereits vor der Schließung der Vertretungen hatte die australische Regierung über ihr Reiseportal Smartraveller die Sicherheitshinweise für die Region verschärft. Für Israel gilt laut Smartraveller die höchste Warnstufe: Australische Staatsbürger sollen das Land wegen der bewaffneten Auseinandersetzungen und der volatilen Sicherheitslage nicht bereisen. Besonders betroffen seien der Gazastreifen, das Westjordanland sowie die Grenzgebiete zu Libanon und Syrien. Die Fähigkeit der australischen Regierung, konsularische Hilfe vor Ort zu leisten, sei stark eingeschränkt.
Für die Vereinigten Arabischen Emirate gilt ebenfalls die höchste Warnstufe. Australische Staatsbürger sollen auch dorthin nicht reisen. Die australische Regierung verweist auf die volatile Sicherheitslage in der Region.


