Radikale Klimaschützer haben im Berliner Kollwitzkiez bei mindestens 40 Autos die Reifenventile aufgedreht und die Luft abgelassen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren nur Verbrenner-Fahrzeuge betroffen, während Elektro-Wagen verschont blieben.
Die Bewohner des Kiezes bemerkten den Zwischenfall erst in den Morgenstunden, als sie zur Arbeit oder ihre Kinder zur Kita fahren wollten. Allein in der Kollwitzstraße waren die Reifen von sieben Fahrzeugen platt. Der ADAC rückte an und leistete Hilfe.
„Achtung - Ihr Spritfresser ist tödlich!“
Die Tätergruppe „The Tyre Extinguishers“ hinterließ Flyer an den betroffenen Fahrzeugen, in denen sie den Autofahrern die Gefährlichkeit ihrer Verbrennermotoren zum Vorwurf machte. „Achtung - Ihr Spritfresser ist tödlich!“, hieß es darin.
Laut einem Polizeisprecher waren in dem gesamten Kiez rund 40 Fahrzeuge betroffen, darunter vorzugsweise hochpreisige Geländewagen und SUVs. „Es kann sein, dass im Laufe der Ermittlungen weitere Opfer auf den Schaden aufmerksam werden und sich bei der Polizei melden“, so der Beamte.
Neben der Kollwitzstraße wurden auch Fahrzeuge an der Oderberger Straße, der Schwedter Straße, der Gleimstraße und der Zionskirchstraße Ziel der Täter.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Aktionen von Klima-Aktivisten, die in den vergangenen Monaten immer wieder mit umstrittenen Methoden auf sich aufmerksam gemacht haben. Während die Aktivisten ihre Aktionen als notwendigen Protest gegen den Klimawandel und die Nutzung fossiler Brennstoffe sehen, kritisieren viele Bürger die Beeinträchtigungen und Sachbeschädigungen, wie B.Z. zuvor berichtete.
Die Polizei hat Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet.


