Japan hat am Montag mit einer regionalen Abstimmung den letzten Schritt zur Wiederaufnahme des Betriebs des weltgrößten Atomkraftwerks unternommen. Die Präfekturversammlung von Niigata bestätigte am Montag die Entscheidung des Gouverneurs Hideyo Hanazumi, die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa zu erlauben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete.
Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, das laut Reuters über rund 8,2 GW Gesamtkapazität verfügt, liegt etwa 220 Kilometer nordwestlich von Tokio. Es gehörte demnach zu den 54 Reaktoren, die nach dem Erdbeben und dem Tsunami von 2011 abgeschaltet wurden, die das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi beschädigt und die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl ausgelöst hatten. Japan hat seitdem 14 der 33 noch betriebsfähigen Reaktoren wieder hochgefahren.
Erster Reaktorblock könnte bereits Anfang des Jahres wieder in Betrieb gehen
Kashiwazaki-Kariwa wird in diesem Zusammenhang das erste Atomkraftwerk sein, das von Tokyo Electric Power Co (Tepco) wieder hochgefahren wird, der Firma, die auch das Atomkraftwerk in Fukushima betrieb. Laut Jiji Press geht Tepco davon aus, den Reaktorblock 6 des Kraftwerks möglicherweise bereits im kommenden Monat wieder in Betrieb zu nehmen.
Etwa 70 Prozent der japanischen Stromerzeugung stammen nach Angaben der World Nuclear Association aus importierten fossilen Brennstoffen. Von der Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken erhofft man sich neue Arbeitsplätze und potenziell niedrigere Stromkosten. Laut Reuters demonstrierten jedoch Hunderte Menschen in Niigata gegen die Entscheidung.
Der Tepco-Sprecher Masakatsu Takata sagte, das Unternehmen sei „weiterhin fest entschlossen, alles dafür zu tun, dass sich ein solcher Unfall nie wiederholt und die Einwohner von Niigata niemals etwas Ähnliches erleben müssen“. Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hatte laut dem japanischen Lokalsender UX einige Tage vor der Entscheidung erklärt, sie halte die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa für „äußerst wichtig für das Land“.


