Italien hat mehreren US-Militärflugzeugen die Landung auf einem Stützpunkt auf Sizilien im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran verweigert. Das berichtet die italienische Zeitung Corriere della Sera unter Berufung auf Regierungskreise. Aus dem Umfeld des Verteidigungsministeriums in Rom wurde die Darstellung bestätigt.
Demnach lehnte Verteidigungsminister Guido Crosetto eine Nutzung des Militärflugplatzes Sigonella bei Catania ab. Die USA hätten Italien erst informiert, als die Maschinen bereits unterwegs gewesen seien. Eine Genehmigung sei zuvor weder beantragt noch eingeholt worden. Auch der genaue Zweck der Flüge blieb laut Bericht unklar.
Der Stützpunkt Sigonella wird gemeinsam von der italienischen Luftwaffe, der US Navy und der Nato genutzt und ist ein wichtiger Knotenpunkt für Einsätze im Mittelmeerraum. Der Vorfall fügt sich ein in eine Reihe wachsender Spannungen zwischen den USA und europäischen Verbündeten wegen des Iran-Kriegs.
Spanien blockiert US-Militär weiter
So hatte Spanien bereits Anfang März die Nutzung seiner Militärbasen für Angriffe auf den Iran untersagt. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die Militärschläge als „Verstoß gegen das Völkerrecht“. Außenminister José Manuel Albares erklärte im Radiosender Cadena Ser: „Unsere Haltung ‚Nein zum Krieg‘ bleibt klar und eindeutig.“
In den vergangenen Tagen verschärfte Madrid seine Linie weiter. Nach Angaben der Zeitung El País sperrte Spanien zudem den Luftraum für Militärflüge im Zusammenhang mit Einsätzen gegen den Iran. Betroffen sind demnach auch US-Flugzeuge sowie Maschinen aus anderen Nato-Staaten.
Die Entscheidungen Spaniens zwangen das US-Militär laut El País zu Umwegen und zur Verlegung von Flugzeugen auf andere Standorte, unter anderem nach Großbritannien und Deutschland.
Trump droht Spanien mit wirtschaftlichen Konsequenzen
US-Präsident Donald Trump reagierte bereits mit Drohungen. Er stellte öffentlich wirtschaftliche Konsequenzen für Spanien in Aussicht und erklärte im Weißen Haus, die USA könnten „alle Geschäfte mit Spanien beenden“, sollte Madrid seine Haltung nicht ändern.
Auch der Schritt Italiens deutet darauf hin, dass Washington bei seinem Vorgehen im Nahen Osten nicht automatisch auf die Unterstützung europäischer Partner zählen kann. Rom pocht nach Angaben aus Regierungskreisen darauf, bei militärischen Operationen auf eigenem Staatsgebiet vorab einbezogen zu werden.
Eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung zu dem Vorfall in Italien lag zunächst nicht vor.




