Militär

Israel ordnet Zerstörung von Brücken im Libanon und Häusern nahe der Grenze an

Israel geht weiter gegen die Hisbollah vor. Nun soll das Militär laut Verteidigungsminister Katz verstärkt grenznahe Häuser im Libanon sowie Brücken zerstören.

Nach einem israelischen Angriff auf das südlibanesische Dorf Arnoun steigt Rauch aus einer angeblich pro-iranischen Hisbollah-Stellung auf.
Nach einem israelischen Angriff auf das südlibanesische Dorf Arnoun steigt Rauch aus einer angeblich pro-iranischen Hisbollah-Stellung auf.Stringer/dpa

Das israelische Militär hat die Anweisung erhalten, Brücken über den Litani-Fluss im südlichen Libanon zu zerstören, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz auf X mit. Gleichzeitig soll das Militär den Abriss von Wohnhäusern in libanesischen Grenzdörfern beschleunigen.

Die Brücken werden nach israelischen Angaben für „terroristische Aktivitäten“ genutzt. Durch ihre Zerstörung soll verhindert werden, dass Hisbollah-Kämpfer und Waffen nach Süden vordringen, so Katz. Katz fügte hinzu, das Vorgehen orientiere sich am Modell der Orte Beit Hanoun und Rafah im Gazastreifen, wo das israelische Militär durch die Räumung und Zerstörung von Gebäuden Pufferzonen entlang der Grenze geschaffen hatte.

Unmittelbar vor der Anordnung war ein israelischer Zivilist in seinem Auto nahe der libanesischen Grenze getötet worden, wie Reuters berichtete. Das israelische Militär sprach von einem „Abschuss“ aus libanesischem Gebiet. Es handelte sich dem Bericht zufolge um den ersten zivilen Todesfall auf israelischer Seite durch Beschuss aus dem Libanon im laufenden Krieg. Zuvor waren bereits zwei israelische Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon ums Leben gekommen.

Israel führt seit Wochen Luft- und auch Bodeneinsätze im Südlibanon und in Teilen Beiruts gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah. Die Miliz hatte nach dem Tod des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei Israel beschossen. Am 13. März zerstörte das israelische Militär Reuters zufolge erstmals eine Brücke über den Litani-Fluss im aktuellen Konflikt, am 18. März folgten zwei weitere.

Mehr als 1000 Tote im Libanon

Bisher wurden im Libanon nach Angaben von Reuters mehr als 1000 Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Das Völkerrecht verbietet grundsätzlich Angriffe auf zivile Infrastruktur. Die Vereinten Nationen haben das Vorgehen Israels im Libanon kritisiert, unter anderem die großflächigen Evakuierungsbefehle.

Aufgrund ihres Umfangs sei es für die Bevölkerung schwierig, ihnen nachzukommen, „was ihre Wirksamkeit – eine Voraussetzung des humanitären Völkerrechts – in Frage stellt und die Gefahr einer verbotenen Zwangsvertreibung birgt“, erklärte etwa eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros Anfang März.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot traf am Freitag in Jerusalem seinen israelischen Kollegen Gideon Saar. Gegenüber Journalisten äußerte Barrot Vorbehalte gegen eine Bodenoperation von „erheblichem Ausmaß und erheblicher Dauer“ im Libanon. Eine dauerhafte Lösung könne nicht allein mit militärischen Mitteln erreicht werden, sagte der französische Minister.

Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der Hisbollah laut Reuters für illegal erklärt und signalisiert, direkte Gespräche mit Israel führen zu wollen.