Iran-Krieg

Trump stellt Iran 48-Stunden-Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus

Trump droht mit Angriffen auf iranische Energieanlagen, sollte die Straße von Hormus nicht zeitnah vollständig geöffnet werden. Teheran reagiert mit eigenen Drohungen.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpAlex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. Sonst würden die USA die verschiedenen Kraftwerke des Landes angreifen, „beginnend mit dem größten“, erklärte Trump am Samstagabend (Ortszeit) in seinem Onlinenetzwerk Truth Social.

Die iranische Armee erklärte laut Reuters, der Iran werde im Falle eines Angriffs der USA auf die iranische Treibstoff- und Energieinfrastruktur sämtliche US-amerikanischen Energie-, Informationstechnologie- und Entsalzungsanlagen in der Region ins Visier nehmen.

Trump kritisierte Nato-Verbündete

Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar ist die Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Handelsroute, faktisch gesperrt. Die Blockade ließ die europäischen Gaspreise laut Reuters in der vergangenen Woche um bis zu 35 Prozent steigen.

Trump hatte Nato-Verbündete zuvor als „Feiglinge“ bezeichnet, weil sie sich weigerten, bei der Öffnung der Meerenge zu helfen. Die meisten Bündnispartner lehnten eine Beteiligung an einem Krieg ab, der ohne ihre Konsultation begonnen worden sei.

Angriffe auf Israel

Wenige Stunden vor Trumps Drohung verletzten zwei iranische Raketenangriffe im Süden Israels in der Nähe der Atomanlage Dimona mehr als 100 Menschen. In der Stadt Dimona schlug nach Angaben der israelischen Armee eine Rakete direkt in ein Gebäude ein. Der Rettungsdienst versorgte dort 33 Verletzte, darunter einen zehnjährigen Jungen mit schweren Verletzungen. In der Stadt Arad wurden laut Rettungsdienst 88 Menschen behandelt.

Armeesprecher Effie Defrin räumte auf der Plattform X ein, dass die israelischen Luftabwehrsysteme zwar in Betrieb gewesen seien, die Raketen jedoch nicht abgefangen hätten. Der Vorfall werde untersucht.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten laut Reuters, sie hätten „militärische Einrichtungen“ im Süden Israels angegriffen. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete den Angriff auf Dimona als „Reaktion“ auf einen zuvor gemeldeten US-israelischen Angriff auf die iranische Atomanlage Natans.

Zudem meldete der israelische Generalstabschef Eyal Zamir, der Iran habe erstmals Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 4000 Kilometern auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert. „Ihre Reichweite reicht bis zu europäischen Hauptstädten – Berlin, Paris und Rom liegen alle in direkter Bedrohungsreichweite“, erklärte Zamir. Es wurden keine Treffer in Zusammenhang mit dem Angriff gemeldet. (mit AFP)