Iran-Krieg

Iran trifft zwei US-Kampfflugzeuge – Teheran setzt Kopfgeld auf vermissten Piloten aus

Der Iran hat einen US-Kampfjet abgeschossen und ein weiteres Flugzeug getroffen. Während die USA nach einem vermissten Besatzungsmitglied suchen, setzt Teheran ein Kopfgeld auf den Piloten aus.

Kampfjet der US-Luftwaffe vom Typ F-15E Strike Eagle: Auf den vermissten US-Soldaten ist ein Kopfgeld ausgesetzt.
Kampfjet der US-Luftwaffe vom Typ F-15E Strike Eagle: Auf den vermissten US-Soldaten ist ein Kopfgeld ausgesetzt.Daniel Snider/Us Air/imago

Der Iran hat am Freitag einen US-Kampfjet abgeschossen und ein Kopfgeld auf die Besatzung ausgesetzt. Nahezu zeitgleich wurde ein weiteres US-Militärflugzeug durch iranisches Feuer getroffen. Dies geht aus Berichten der Nachrichtenagentur AP hervor. Das iranische Staatsfernsehen rief die Bevölkerung auf, nach den Crew-Mitgliedern zu suchen und sie den Behörden zu übergeben. „Wenn Sie den feindlichen Piloten oder die Piloten lebend fassen und der Polizei übergeben, erhalten Sie einen wertvollen Preis“, erklärte ein Nachrichtensprecher eines regionalen Senders laut AP – offenbar war zunächst unklar, wie viele Personen an Bord waren. Die New York Post sprach von einem regelrechten Kopfgeld. Zugleich forderte das iranische Militär laut Washington Post die Bevölkerung auf, gefundene Amerikaner nicht zu misshandeln.

Die doppelten Flugzeugverluste an einem einzigen Tag markieren den bislang schwersten Rückschlag für das US-Militär seit Beginn des Iran-Krieges vor fünf Wochen. Zunächst wurde ein F-15E-Kampfjet über iranischem Territorium abgeschossen – der erste bestätigte Abschuss eines bemannten US-Flugzeugs über feindlichem Gebiet in diesem Konflikt, wie die Washington Post unter Berufung auf drei US-Beamte berichtete. Die Iranische Revolutionsgarden erklärten laut dem iranischen Sender Press TV, „neu entwickelte und fortschrittliche Luftabwehrsysteme“ hätten den Jet zerstört. Eines der beiden Besatzungsmitglieder der zweisitzigen Maschine konnte von US-Spezialkräften gerettet werden. Die Suche nach dem zweiten Crew-Mitglied dauerte am Samstag an – es ist die einzige noch vermisste Person.

Nahezu zeitgleich wurde laut New York Times ein A-10-Angriffsflugzeug nahe der Straße von Hormus getroffen. Wie NBC News und CBS News unter Berufung auf US-Beamte berichteten, war die Maschine an der Such- und Rettungsmission für die F-15E-Besatzung beteiligt. Der Pilot steuerte sein beschädigtes Flugzeug laut übereinstimmenden Medienberichten in den kuwaitischen Luftraum und rettete sich per Schleudersitz. Auch zwei Rettungshubschrauber wurden laut Washington Post und NBC News von iranischem Feuer getroffen – Soldaten an Bord erlitten Verletzungen, die Helikopter kehrten jedoch sicher zur Basis zurück.

Vorfälle widersprechen Trumps Darstellung

Irans Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf verhöhnte die USA auf der Plattform X: Der „strategielose Krieg“ sei von „Regimewechsel“ zu „Hey! Kann jemand unsere Piloten finden? Bitte?“ herabgestuft worden.

Die Vorfälle widersprechen den Darstellungen der Trump-Regierung direkt. Der Präsident hatte noch am Mittwoch in einer Fernsehansprache erklärt, der Iran verfüge über „keinerlei Flugabwehrausrüstung“ mehr und sein Radar sei „zu hundert Prozent vernichtet“, wie die Washington Post berichtete. Kelly Grieco vom Stimson Center erklärte gegenüber der Zeitung, diese Behauptung sei „aus militärischer Sicht unsinnig“. Schultergestützte Flugabwehrraketen seien kaum aufzuspüren und bei niedrig fliegenden Maschinen weiterhin gefährlich. Zuvor hatte der Iran laut US-Zentralkommando mindestens ein halbes Dutzend Mal fälschlicherweise behauptet, US-Flugzeuge abgeschossen zu haben, so die New York Post – diesmal jedoch bestätigten US-Beamte die Verluste.

Trump reagierte zurückhaltend. In einem Telefoninterview mit der britischen Zeitung The Independent sagte er lediglich, er wolle darauf setzen, dass dem vermissten Besatzungsmitglied nichts zustoße. Auswirkungen auf mögliche Verhandlungen sehe er nicht, erklärte er NBC News. Seit Beginn der Operation Epic Fury sind laut Washington Post 13 US-Soldaten getötet und fast 370 verwundet worden. In Teheran kam es am späten Freitagabend laut dpa erneut zu schweren Angriffen mit massiven Explosionen.