Iran-Spannungen

Wegen „Sicherheitslage“: USA ziehen Botschaftspersonal aus Beirut ab

Inmitten der Spannungen mit dem Iran ziehen die USA einen Großteil des Botschaftspersonals aus dem Libanon ab. Begründet wird der Schritt mit der „Sicherheitslage“.

Die US-Botschaft im Libanon
Die US-Botschaft im LibanonBilal Hussein/AP/dpa

Die US-Regierung hat den Großteil ihres diplomatischen Personals aus der Botschaft in Beirut abgezogen. Das Außenministerium in Washington ordnete am Montag aufgrund „der Sicherheitslage in Beirut“ die Ausreise nicht zwingend benötigter Diplomaten und deren Familienangehöriger an, wie die US-Botschaft der libanesischen Hauptstadt auf X mitteilte.

Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich um eine „vorübergehende Maßnahme“, die die Sicherheit des US-Personals gewährleisten solle. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen wurden rund 40 Botschaftsmitarbeiter ausgeflogen.

Spannungen zwischen den USA und dem Iran

Personalveränderungen in der Beiruter Botschaft wurden einem AP-Bericht zufolge in der Vergangenheit wiederholt als Vorbote militärischer Aktionen gewertet. So sei auch auch im Juni vergangenen Jahres ein ähnlicher Evakuierungsbefehl für die Botschaft in Beirut und weitere diplomatische Vertretungen in der Region erfolgt, als die USA an der Seite Israels iranische Atomanlagen angriffen.

Zuletzt hatten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran deutlich zugenommen. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag auf die Frage eines Journalisten erklärt, er erwäge einen „begrenzten“ Angriff auf den Iran, falls Teheran sich Verhandlungen verweigere. Der Iran reagierte umgehend und kündigte an, auch auf einen begrenzten Angriff „mit voller Härte“ zu antworten.

Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten deutlich ausgebaut. Ein zweiter Flugzeugträger ist laut AP auf dem Weg in die Region, um die bereits verstärkten Seestreitkräfte zu ergänzen.

Netanjahu: Israel steht vor „sehr schwierigen“ Tagen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte am Montag vor Abgeordneten, sein Land stehe vor „sehr schwierigen und herausfordernden Tagen“ und sei auf jedes Szenario vorbereitet. Er habe der iranischen Führung eine Botschaft übermittelt: „Wenn sie den schlimmsten Fehler in ihrer Geschichte begeht und Israel angreift, werden wir mit einer Härte reagieren, die sie sich nicht vorstellen können.“

Das Bündnis mit den USA sei „nie enger“ gewesen, betonte Netanjahu. Ein geplanter Besuch von US-Außenminister Marco Rubio in Israel könnte sich jedoch angesichts der Lage verzögern, wie ein US-Beamter gegenüber AFP bestätigte.

Die USA und der Iran hatten zuletzt mehrfach unter Vermittlung des Oman verhandelt, bisher wurde jedoch kein Durchbruch erzielt. Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi erklärte laut AP, die USA und der Iran planten, ihre nächste Runde der Atomgespräche am Donnerstag in Genf abzuhalten.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte dem Sender CBS am Sonntag, er rechne mit einem Treffen mit US-Gesandtem Steve Witkoff und sehe weiterhin eine „gute Chance“ für eine diplomatische Lösung. Ein iranischer Vorschlag für ein mögliches Abkommen solle zeitnah vorliegen. (mit AFP)