Raketenabschuss

Iran-Krieg weitet sich aus: Huthis verkünden ersten Angriff aus dem Jemen auf Israel

Erstmals seit dem Beginn des Iran-Krieges greift die Huthi-Miliz Israel an. Zuvor hatte die Gruppe mit der Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab gedroht.

Ein Iron-Dome-Abfangrakete zerstört eine ankommende Rakete, die auf Israel abgeschossen wurde.
Ein Iron-Dome-Abfangrakete zerstört eine ankommende Rakete, die auf Israel abgeschossen wurde.Odd Andersen/AFP

Die israelische Armee hat am Samstag erstmals seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran den Abschuss einer Rakete aus dem Jemen in Richtung israelischen Territoriums gemeldet. Die Luftabwehr sei im Einsatz gewesen, teilte das Militär mit. Israelischen Medienberichten zufolge wurde die Rakete abgefangen. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen bestätigten am Samstag laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie erstmals während des aktuellen Krieges einen Angriff auf Israel gestartet haben. Die Gruppe erklärte, der Angriff mit einer Salve von Raketen sei eine Reaktion auf die anhaltenden Angriffe auf Infrastruktur im Iran, Libanon, Irak und in den palästinensischen Gebieten gewesen. Sie fügte hinzu, dass ihre Operationen fortgesetzt würden, bis die „Aggression“ an allen Fronten beendet sei.

Der Schritt markiert ihren Eintritt in den Konflikt und erhöht die Aussicht auf eine breitere regionale Konfrontation.

Huthis drohten mit Sperrung von weiterer Meerenge

Mohammed Mansour, Staatssekretär im Informationsministerium der Huthis, erklärte zuvor gegenüber CNN, auch die Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab vor der jemenitischen Küste – ein zentraler Engpass zwischen dem Roten Meer und den globalen Schifffahrtsrouten – sei eine „mögliche Option“.

Die vom Iran unterstützte schiitische Miliz hatte bereits nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hunderte Ziele beschossen und den internationalen Schiffsverkehr im Roten Meer massiv gestört. Seit einer Waffenruhe im Gazastreifen am 10. Oktober vergangenen Jahres hatten die Huthis ihre Angriffe jedoch eingestellt.

Rubio: Militäreinsatz soll in Wochen enden

US-Außenminister Marco Rubio erklärte derweil nach einem Treffen mit seinen G7-Kollegen in Frankreich, Washington liege „im oder vor dem Zeitplan“ und erwarte, den Militäreinsatz „in einer Frage von Wochen, nicht Monaten“ abzuschließen. Gleichzeitig räumte er ein, dass zusätzliche Truppen in die Region verlegt würden, um dem Präsidenten „maximale Handlungsoptionen“ zu geben. Zwei Kontingente von jeweils tausenden Marineinfanteristen seien unterwegs, zudem werde die Entsendung von Elitesoldaten der Luftlandetruppen erwartet – was Befürchtungen über einen langwierigen Bodeneinsatz nährt.

Der Krieg hat einen Keil zwischen die USA und ihre traditionellen Verbündeten getrieben. Präsident Donald Trump stellte am Freitag bei einem Investorenforum in Miami offen die Nato-Bündnistreue infrage: „Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?“ Rubio forderte europäische und asiatische Staaten auf, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen, die der Iran weitgehend blockiert hat.

Ölpreis über 112 Dollar, Börsen unter Druck

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts sind bereits gravierend. Der Ölpreis der Sorte Brent überstieg am Freitag 112 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent seit Kriegsbeginn. In Kalifornien erreichte der Dieselpreis laut dem US-Automobilclub AAA einen Rekordwert von 7,17 Dollar pro Gallone. Die Aktienmärkte verzeichneten deutliche Verluste.

Unterdessen gingen die Kampfhandlungen weiter. Bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien wurden zwölf US-Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Israel meldete am Samstag erneut Raketenangriffe aus dem Iran und setzte seine Angriffe auf Ziele in Teheran fort. In Abu Dhabi wurden fünf Menschen verletzt, nachdem eine Rakete nahe der Wirtschaftszone KEZAD abgefangen wurde.