Deutschland und Frankreich bieten den USA und Israel Unterstützung für einen politischen Prozess nach Ende der Kämpfe im Iran-Krieg an. Eine militärische Beteiligung an der von US-Präsident Donald Trump geforderten Tanker-Eskorte durch die Straße von Hormus lehnen beide Länder hingegen ab. Das erklärten Außenminister Johann Wadephul (CDU) und sein französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion in Berlin.
Wadephul forderte laut der Nachrichtenagentur dpa, dass zusammen mit den Golf-Staaten Gespräche über eine neue Sicherheitsarchitektur für die Region vorbereitet werden müssten. Der Minister, der zuvor Zypern, Israel und mehrere Golf-Staaten besucht hatte, erklärte, alle Gesprächspartner hätten Europa gebeten, „eine Rolle zu spielen und vielleicht ein Katalysator zu sein“. Einen Regierungswechsel in Teheran erwarte er nicht.
Barrot warnte laut dpa vor Instabilität durch den Krieg, die neue Migrationsbewegungen und Terrorismus auslösen könne. Deshalb brauche es einen Plan, der Sicherheit, Stabilität und regionale Integration gewährleiste.
Trump verärgert über mangelnde Unterstützung
Trump reagierte auf die europäische Zurückhaltung mit scharfer Kritik, wie Le Monde aus Washington berichtet. Er bezeichnete die Beteiligung an der Eskorte als „Loyalitätstest“ und warf den Europäern vor, seit vierzig Jahren den Schutz der USA zu genießen, sich aber bei „etwas sehr Geringfügigem“ nicht einbringen zu wollen. Frankreichs Reaktion sei nicht „perfekt“ gewesen, spottete er laut Le Monde.
Dabei hatte Trump noch eine Woche zuvor dem britischen Premier Keir Starmer erklärt, er solle sich nicht die Mühe machen, Marineeinheiten zu entsenden. Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte die militärische Überlegenheit der USA und Israels, räumte aber ein, dass Irans Fähigkeit zur Blockade der Meerenge – durch die 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion fließen – weiterhin eine ernstzunehmende Gefahr darstelle.
Trump deutete zudem mögliche Angriffe auf die iranische Ölinsel Kharg an und verschob eine geplante Reise nach Peking wegen der andauernden Kämpfe. Die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts und steigende Ölpreise könnten laut Le Monde das Vertrauen in seine Präsidentschaft belasten.


