Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist von einem Geschoss getroffen worden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Mittwoch über ihre Onlinekanäle mit, sie sei „vom Iran darüber informiert worden, dass am Dienstagabend ein Geschoss das Gelände des Kernkraftwerks Buschehr getroffen hat“. Weder seien Schäden an der Anlage noch Verletzungen von Mitarbeitern gemeldet worden, so die in Wien ansässige UN-Organisation.
IAEA-Chef Rafael Grossi rief angesichts des Vorfalls erneut alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf, um jedes Risiko eines nuklearen Zwischenfalls auszuschließen. Laut der Nachrichtenagentur AFP bekräftigte er damit eine Warnung, die er bereits zuvor ausgesprochen hatte.
Sorge um nukleare Infrastruktur wächst
Der Vorfall ereignet sich in der dritten Woche des andauernden militärischen Konflikts zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite. Die Sorge um die Sicherheit nuklearer Infrastruktur in der Region wächst damit weiter.
Das Kraftwerk Buschehr im Südwesten des Iran beherbergt den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes. Dieser wurde nach IAEA-Angaben 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen. Der Iran ist laut der Behörde das einzige Land ohne Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert – ein Wert, der nahe an waffenfähigem Material liegt. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben, was die iranische Regierung zurückweist. US-Präsident Donald Trump nannte das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den militärischen Einsatz gegen den Iran.


