Iran-Krieg

Iran kassiert erstmals Mautgebühren für Durchfahrt durch Straße von Hormus

Teheran hat nach eigenen Angaben erstmals Geld aus seiner neuen Maut für die Straße von Hormus eingenommen. Wer gezahlt hat und wie viel, bleibt unklar.

Ein Frachter fährt vor der Küste der Vereinigte Arabischen Emirate auf die Straße von Hormus zu.
Ein Frachter fährt vor der Küste der Vereinigte Arabischen Emirate auf die Straße von Hormus zu.Uncredited/dpa

Der Iran hat nach eigenen Angaben erstmals Einnahmen aus den neu eingeführten Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erzielt. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag berichtete, erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei, die ersten Beträge seien auf ein Konto der Zentralbank überwiesen worden. Details zur Höhe der Summe oder zu den zahlenden Reedereien nannte er nicht.

Laut einem Bericht des BBC Persian lassen sich die Angaben Hadschibabaeis nicht unabhängig überprüfen. Ein weiterer iranischer Abgeordneter, Alireza Salimi, sagte gegenüber Tasnim, er habe aus zuverlässigen Quellen erfahren, dass Teheran tatsächlich Gebühren von passierenden Schiffen einziehe. Die Höhe richte sich nach Art und Menge der Ladung sowie dem Risikograd. „Wir bestimmen die Regeln“, so Salimi.

Wie die AFP berichtet, hatte der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments die Maut bereits am 30. März gebilligt. Ob das Vorhaben formell durch das Parlament verabschiedet wurde, ist laut der Nachrichtenagentur nicht bekannt. Bereits Ende März hatte die iranische Botschaft in Indien laut BBC Berichte zurückgewiesen, wonach Teheran zwei Millionen US-Dollar pro Schiff verlangt habe.

Straße von Hormus zentrales Streitthema

Hintergrund ist der seit dem 28. Februar andauernde Iran-Krieg. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, seither weitgehend gesperrt. Die Energiepreise zogen weltweit deutlich an. Vor der aktuellen Waffenruhe hatte Teheran laut BBC erklärt, die Passage auf sogenannte „befreundete“ Staaten zu beschränken.

Die Meerenge ist laut AFP zentrales Streitthema der Verhandlungen über ein mögliches Kriegsende. US-Präsident Donald Trump fordert die Öffnung der Passage, während Teheran ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen zur Bedingung für neue Gespräche macht. Trump hat zudem nach BBC-Angaben Schiffen gedroht, die Gebühren an den Iran entrichten, um die Meerenge zu nutzen.

Seit Mittwoch beraten laut AFP Marineexperten aus mehr als 30 Ländern in London über eine multinationale Mission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus.