Der Iran hat seine Entscheidung zur Öffnung der Straße von Hormus rückgängig gemacht. Die „Kontrolle über die Straße von Hormus ist wieder in den vorherigen Zustand zurückgekehrt … unter strenger Leitung und Kontrolle der Streitkräfte“, erklärte das gemeinsame Militärkommando der iranischen Streitkräfte laut der Nachrichtenagentur AP.
Auch die iranische Marine der Islamischen Revolutionsgarde erklärte auf X: „Jeder Verstoß gegen das Abkommen seitens der Vereinigten Staaten wird eine angemessene Reaktion nach sich ziehen.“ Der Status der Straße von Hormus werde sich nicht ändern, „solange die Schifffahrt von und nach Iran bedroht ist“.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag die vorübergehende Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe verkündet, nachdem eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten war. Der Transit sei entlang vom Iran genehmiger Routen möglich.
Trump: US-Blockade iranischer Häfen bleibt bestehen
US-Präsident Donald Trump begrüßte die Öffnung der Meerenge zunächst, erklärte jedoch, dass die amerikanische Blockade der iranischen Häfen bis zu einer endgültigen Vereinbarung mit Teheran aufrechterhalten werde. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte daraufhin, die Meerenge werde nicht offen bleiben, solange die US-Blockade iranischer Häfen andauere.
Das US-Zentralkommando Centcom erklärte in einem X-Beitrag, seit Beginn der Blockade am vergangenen Montag seien 21 Schiffe einer Anweisung der US-Streitkräfte gefolgt, in den Iran zurückzukehren.
Bereits vor der Erklärung des Iran, die Meerenge wieder zu sperren, kehrten einem Bloomberg-Bericht zufolge mehrere indische und griechische Tanker im Persischen Golf wieder um, nachdem sie scheinbar versucht hatten, die Straße von Hormus zu passieren. Der genaue Grund dafür war dem Bericht zufolge zunächst nicht bekannt.
Einem Reuters-Bericht zufolge befand sich jedoch ein Konvoi von acht Tankern Samstag auf dem Weg durch die Straße von Hormus. Daten des Unternehmens MarineTraffic zeigten demnach, dass eine Gruppe von vier Flüssiggastankern und mehreren Öl- und Chemikalientankern iranische Gewässer südlich der Insel Larak durchquerten, wobei weitere Tanker aus dem Golf folgten.

