Wirtschaft

Inflation: Analysten machen geopolitische Spannungen für Preisanstieg verantwortlich

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind zu Jahresbeginn stärker gestiegen als im Dezember. Geopolitische Spannungen gelten als Hauptursache für den Preisanstieg.

Die Preise für Kraftstoffe steigen in Deutschland vor allem durch geopolitische Spannungen.
Die Preise für Kraftstoffe steigen in Deutschland vor allem durch geopolitische Spannungen.Marcus Brandt / dpa

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Januar angestiegen. Sie lag laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden bei 2,1 Prozent. Im Dezember hatte die Teuerung noch bei 1,8 Prozent gelegen.

Als wesentlichen Treiber für den Anstieg identifizieren Ökonomen die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Die Geldpolitik-Expertin Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung erklärte, die Kraftstoffpreise seien seit Dezember „mehr als doppelt so stark gestiegen, wie es allein durch den CO2-Preis zu erwarten wäre“.

Insbesondere die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran hätten die Rohölpreise deutlich nach oben getrieben. KfW-Ökonomin Stephanie Schoenwald verwies darauf, dass der Rohölpreis seit Ende Dezember um rund 15 Prozent zugelegt habe.

Dienstleistungen bleiben Preistreiber

Insgesamt sanken die Energiepreise im Vorjahresvergleich dennoch um 1,7 Prozent. Ein anhaltender Inflationstreiber blieben die Dienstleistungen mit einem Plus von 3,2 Prozent. ING-Analyst Carsten Brzeski verwies dabei auf die stark gestiegenen Gesundheitskosten.

Für die kommenden Monate erwartet Brzeski eine um die Zwei-Prozent-Marke schwankende Inflationsrate. Preistreibende und preisdämpfende Faktoren hielten sich weitgehend die Waage. Dämpfend würden vor allem stärkere Euro und günstigere Importe wirken. Gleichzeitig dürfte das Konjunkturpaket der Bundesregierung längerfristig preistreibend wirken. (mit AFP)