Finanzmarkt

Bundesbank verteidigt Lagerung deutscher Goldreserven in New York

Trotz Kritik an den USA sieht Bundesbankpräsident Joachim Nagel keinen Anlass, die deutschen Goldreserven aus New York zurückzuholen. Sie seien bei der FED sicher aufbewahrt.

Der Vorsitzende der Bundesbank hält deutsches Gold in New York für sicher.
Der Vorsitzende der Bundesbank hält deutsches Gold in New York für sicher.Arne Dedert / dpa

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat Forderungen nach einer Rückholung der deutschen Goldreserven aus den USA eine Absage erteilt. „Ich zweifle nicht daran, dass unser Gold bei der Fed in New York weiterhin sicher aufbewahrt ist", sagte Nagel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es handele sich um Währungsreserven mit besonderem Schutzstatus.

Nagel verwies darauf, dass die Bundesbank ihr Lagerstättenkonzept regelmäßig überprüfe und vor zehn Jahren bereits 300 Tonnen aus New York nach Frankfurt geholt habe.

Deutscher Goldschatz im Wert von 465 Milliarden Euro

Der von der Bundesbank verwaltete Goldschatz ist mit rund 3.352 Tonnen der zweitgrößte der Welt. Sein aktueller Wert beträgt nach dem rasanten Anstieg des Goldpreises etwa 465 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte lagert in Frankfurt, knapp 37 Prozent bei der Federal Reserve in New York, der Rest in London.

Die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hatte zuvor gefordert, die mehr als 1.230 Tonnen Gold aus New York zurückzuholen. Angesichts der unberechenbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump sei es nicht länger vertretbar, dass Deutschland keine uneingeschränkte physische Kontrolle über diese Vermögenswerte ausüben könne, sagte sie dem Spiegel.

Deutschland vor einem positiven Stimmungsumschwung

Im Interview betonte Nagel, das „für unseren Standort zuversichtlicher sei als manch anderer es bisher war.“ Es gebe eine Stimmungsumschwung in Deutschland. Auch die Inflation sei im Griff und bewege sich im Rahmen der angestrebten Ziele.s

Zumal andere Länder auch erhebliche Probleme hätten. So stünde Chinas Autoindustrie vor einer großen Konsolidierung. Ein Großteil der Unternehmen würde nicht profitabel arbeiten. (mit dpa)